Legenden…heute: der Winter
Januar 3, 2009
Wenn kleine Kinder beim Hinfallen nicht mehr schreien, lag früher Schnee und es war Winter. Heute ist immer noch Winter, aber es liegt kaum noch Schnee, zumindest nicht dort, wo gewöhnlich kleine Kinder fallen. Diese knallen in mitteleuropäischen Städten seit Jahren trotz eisiger Temperaturen auf den Asphalt und die Flocken füllen als Regen den Atlantik und halten sich fern vom Festland. Deutschland geht regelmäßig zum Jahresende das Wasser aus und auf den wenigen noch befahrbaren Skipisten drängelt sich der Mob. Kein Wunder also, dass thüringische Ministerpräsidenten Mitkonkurrentinnen um die freie Piste zu Tode fahren müssen. Von nichts kommt nichts. Und schuld daran sind nur die Klimaerwärmung und China. Es ist schick, China für das Elend in der Welt verantwortlich zu machen, nachdem man den USA nicht einmal mehr das zutraut, aber in Sachen Umweltschutz haben die tatsächlich noch Reserven. Hier bleibt zu hoffen, das Deutschland clever genug ist, die eigene Umwelttechnologie in China produzieren zu lassen, um sicher zu gehen, dass die das dann spätestens in zwei Jahren kopieren und für den halben Preis in die ganze Welt exportieren. So kann man auch die eigenen CO2 Quoten sicherstellen und etwas für den Schnee auf den Straßen Europas tun, damit Kinder, die fallen, nicht mehr schreien müssen. Winter und Schnee, keine Selbstverständlichkeit mehr, anders als Regen im Sommer, daran hat man sich bereits gewöhnt. Wo früher die Jahreszeiten den Rhythmus des Jahres bestimmten, wird das Jahr heute durch das Blühen der Bäume im Februar, das Hochwasser im Mai, Sintflutartige Regen im August und Stürme im Oktober unterteilt. Für die Pistenkönige von gestern empfiehlt sich daher als neuer Extremsport Kitesurfen, wenn man sich Dank Lenkdrachen und Wakeboard unter den Füßen unabhängig vom städtischen Nahverkehr bei Sturmflut ins Büro spülen lassen kann. So gesehen, bietet die Klimaänderung ganz neue Möglichkeiten für Freizeit und Unterhaltung. Gänzliche neue Gewerbenischen befriedigen den sich ändernden Bedarf und bieten Alternativen zum bald langweiligen Bungeespringen oder Downhillfahren. Tauchen in abgesoffenen Ubahnschächten, Kochen mit holländischen Tomaten oder für eher politisch Interessierte das in Mode kommende „Schläfer Wecken“ sind die Zukunft. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen unsere Vorlieben und Lebensinhalte. Wo früher Geranien auf Balkonen blühten, sieht man heute dank des Klimawandels Bananenstauden und Obstplantagen auf Dachterrassen, denn auf den Feldern wachsen Raps, Zuckerrohr oder Fotovoltaikanlagen, man möchte doch den Ölmultis ein Schnäppchen schlagen. Monokulturen gegen die Kartelle und zur Entlastung der Dritten Welt, denn die können nun wieder ihren täglichen Bedarf selbst anbauen, nachdem deren einzigen Exportartikel jetzt auch in mitteleuropäischen Breiten gedeihen. Das Klima wird globalisiert und mit ihm Umweltkatastrophen, Hunger und niedere Beweggründe bei der Verhinderung sinnvoller Lösungen zur Rettung des Weltklimas. Es leben der Fortschritt und die Möglichkeit, sich über Alternativen und die verbleibende Zeit bis Highnoon in Umweltfragen auf folgendem Blog zu informieren.
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