Midlife Crises

Juli 2, 2008

Midlife Crises ist Männersache und die Zeit zwischen nachlassender Spermienproduktion und anwachsendem Bauchumfang, wenn mütterliche Frauen anzüglich lächeln und Mädchen im besten Studienalter einem die Tür aufhalten. Manche von denen ließen sich auch auf dem Beifahrersitz des unlängst erworbenen Porsches vernaschen, wenn es die Bandscheiben noch erlaubten. Opelfahrer haben diese Erfahrung noch nicht gemacht und suchen ihr Heil in werbebeklebten Rennrädern, die sie in gewohnter Manier samstagvormittags und Feinripp bewaffnet auf dem Rasenstück vor der 70 Parteienwohnanlage putzen. So werden Autos zur Meßlatte der eigenen Lebenswirklichkeit und prägen das Gefühl, das Leben zu ficken oder davon gefickt zu werden. Fragen Sie mal Opelfahrer. Was ich fahre bin ich und Smartfahrer haben den Längsten, denn das für Frauen konzipierte Vehikel hat seine Zielgruppe verfehlt und parkt regelmäßig in Garagen gutverdienender Singelmäner. Das sind die, die mit 50 über Porschefahrer lächeln und einen Volvo haben. „PS“ als Postkoitale Sensation ist die Einheit, die dem Mann ab 50 die Stufe auf der Werteskala der Gesellschaft aufzeigt und neben Haus, Boot und Höhe der Unterhaltszahlungen den Selbstwert beziffert. „Sonderausstattung“ ist der wirkliche Orgasmus im Alter schwindender Haarpracht und lässt sich die Weibchen dem Rudelführer hingeben. Jugendliche Energie und kraftstrotzende Körper bleiben im Windschatten glänzender Metalllackkarossen zurück und treten angesichts von Zylindermenge, Benzinverbrauch und Kaufpreishöhe in den Hintergrund. Versorgungsdenken macht Frauen empfänglich für schöne Formen und nachsichtig mit dem vom Marathon träumenden Geldbeutel auf der Fernsehcouch. Der Zweitwagen, klein, flach, schnell und auf Kredit gekauft, ist Belohnung für Zweitfrau und Zweitjob, der all das bezahlen soll. Der Zweitmann der Frau kommt mit dem Rad oder Roller, den Rucksack lässig über der Schulter und kein Sixpack in der Hand…Aber warte Bürschchen bis du 45 bist und die guten Frauen auf dem Beifahrersitz des jüngeren Kollegen landen. Dann empfiehlt sich der Gang zum Kfz-Händler deines Vertrauens.

50plus Blog

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Psycho Logisches

Juni 14, 2008

Wenn Sie am Morgen das Ihnen unbekannte Gesicht im Badspiegel nicht waschen wollen, ist das noch kein Anzeichen für eine gespaltene Persönlichkeit. Auch das Engegefühl in der anschließenden UBahnfahrt muss kein Symptom für eine Agoraphobie sein, vermutlich fahren schlicht zu viele Personen mit. Auch dass Sie nicht jedem, der Ihnen auf der Straße entgegen kommt, in die Augen schauen, beweist noch kein soziophobes Verhalten, sondern beugt schlichter Reizüberflutung vor, gilt es doch die Schaufensterauslagen in den diversen Mobilfunkläden, Optiker- und Schuhgeschäften, Coffeeshops, Mobilfunkläden, Optiker- und Schuhgeschäften, Starbucks und Mobilfunkläden wahrzunehmen. Nicht zu vergessen, die Überschriften in den Tageszeitung der zahlreichen Aufsteller vor jeden zweiten Handyladen, Brillengeschäft oder Balzac-Kaffeehaus. Die jedoch nicht zu kaufen, ist keine anakastisch-sparsame Eigenschaft, sondern bloße Überlebensstrategie, denn das Lesen des Restes dieser Boulevardblätter würde wichtige Lebenszeit kosten. Sich im Büro auch einmal für etwas unzuständig zu erklären, kann konflikthaftes Beziehungsverhalten ahnen lassen, muss es aber nicht. Auch muss nicht jeder, der die Karriereleiter aufsteigen möchte, im aktuellen Vorgesetzen den zu ermordenden Vater sehen und Ödipus gleich mit seiner Mutter schlafen. Führt – außer in Russland – auch nicht jeder Mord am Chef zur entsprechenden Beförderung, hier hätte man besser seinen Freud gelesen. Die Folgen der sich regelmäßig anschließenden Inhaftierung stellen eine mit den eigenen Lebenszielen kollidierende Änderung der persönlichen Umweltbedingungen dar und legen den Grundstein für Ängste, Zwangshandlungen und Analfissuren. Sich daraus ergebendes Vermeidungsverhalten lässt den Angstkreislauf rotieren und lädt zu munteren affektiven Störungen, ortsnah Depression genannt, ein. Wie viel besser ist man da als Pauschaltourist in einem all inklusiv Club mit allabendlichem Buffet dran, wenn konditionierte Vorratshaltung neue Gipfelrekorde auf den Tellern vermelden lässt. Angstverhalten findet sich aber auch im täglichen Kampf gegen GEZ-Eintreiber, Zeugen Jehovas, Rotkreuzsammler, Vertreter fußgemalter Postkarten oder tätowierter Zeitungsabo-Anbieter, deren Verkaufserfolg die Bewährungszeit verkürzen hilft. Hier spart das Nichtöffnen der Tür manch lästiges Ausweichen und Konfabulieren. Für die übrigen von einer Persönlichkeitsstörung Betroffenen rate ich, das Ritzen einzustellen, den Kühlschrank wieder zu schließen und den anschließenden Link zur Selbsttherapie zu öffnen.

Psycho Blog

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