Von ganzem Herzen
Dezember 21, 2008
Jedes Jahr werden die Farben bunter und die Töne surroundiger, die Fernseher größer und die Werbeclips länger. Die Welt ist auf der Suche nach dem ultimativen Geschenk, das bei all dem Überfluss in Kellern und auf Speichern aus der grauen Menge klebrig bunten Unrats herausschaut. Das brillante Einzelstück oder ein einzelner Brillant, den Mädels wirds egal sein, solange es schön und teuer, am besten schön teuer ist und die beste Freundin kein vergleichbares Schmuckstück an Bauchnaben, Nasenloch oder Klitoris trägt. Gut dass wir uns über eigene Ideen zum Fest keine Gedanken mehr machen müssen, eine Fahrt in der UBahn genügt bereits, um ausreichend mit Werbeflyern und wenig unterschwelligen Botschaften an ein erwünschtes Konsumverhalten versorgt zu sein. Von allergiefreien, weil felllosen Hunden (für die Präsidenten-Töchter) bis hin zur Brustvergrößerung für 11jährige, alles was das Herz will und der Geldbeutel kann. Wem das alles noch zu langweilig ist, kann sich auch gern in einer Tauchglocke zur Titanic herab lassen und dafür 30.000 Euro versenken. Wenigstens aber hat man was zum Angeben vor den Kollegen im neuen Jahr. Auch senkrecht Hochhäuser hinab rennen liegt dieses Jahr voll im Trend. Am besten vor der Gesundheitsreform schnell noch in eine Krankenkasse wechseln, die das oder ausreichend psychologische Betreuung übernimmt. Ansonsten greifen Männer ideenreich entsprechend den wechselnden Moden und Launen der zu beschenkenden Damen zu Originellem wie Parfüme oder Schals und Frauen finden einen von Ronaldo oder Ronaldino handsignierten Golfball, sind aber sauer, wenn er murmelt, dass es ein Premiere Abo auch getan hätte. Am leichtesten sind Großeltern oder andere Personen zu beschenken, die schon alles haben oder zumindest das auf die Frage nach Wünschen entgegnen. Den schwersten Fehler, den man dann machen kann, ist das ernst zu nehmen und von teuren Präsenten abzusehen. Fast so schwer, wie der Satz zur Freundin „Dieses Jahr schenken wir uns mal nichts, Schatz“. Da sind Minusgrade unterm Baum garantiert. Wer nicht gerade eine neue Freundin auf dem Wunschzettel stehen hat, sondern die alte noch ein Jahr ertragen möchte, sei gut beraten, auf folgendem Link nach Geschenkideen zu suchen, bevor alljährlich der 24. Dezember völlig unerwartet anbricht und Pralinen von der Tankstelle die letzte Rettung sind.
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Liebe geht durch den Magen
November 27, 2008
Was dem einen die Plätzchen, sind dem anderen die Gans am 1. Weihnachtsfeiertag oder der Karpfen, wenn man zionistischen Glaubens ist. Maßlosigkeit und Völlerei, die perfekte Mischung, um am Neujahrsmorgen die Joggingschuhe anzuziehen, den Schal umzubinden und in die Trinkhalle von nebenan zu laufen, um noch rechtzeitig das Konterbier zu erwischen bevor die versoffene Nachbarschaft angetobt kommt. Doch all das wird überschattet vom wahren Grund der jahresendzeitlichen Familientragödien und Kaufrauschexzesse, dem Fest der Liebe. Ich spreche nicht von trauter Harmonie im Kreis der Lieben, nein, sondern von den zahllosen Weihnachtsfeiern, wo nach drei Flaschen Wein selbst die Schnalle aus der Buchhaltung schwanengleich mit auf die Herrentoilette gezerrt und glattgebügelt wird, denn Liebe ohne Sex ist wie Vanilleeis ohne Waffel. Anders als Sex ohne Liebe, das schmeckt auch so. Manchen sogar besser, denn dann kann man zur Eiskugel im Porzellanbecher noch heiße Himbeeren oder Schokosauce beigeben, probieren Sie das mal auf einer labbrigen Waffel. Die hält ungefähr so lange, wie durchschnittlicher Sex in einer durchschnittlichen Beziehung dauert oder anders ausgedrückt: bis ER fertig ist. Dann gibt es noch die, die sagen, Vanilleeis schmeckt gar nicht, besser Schoko, aber über homosexuellen Beischlaf soll es hier nicht gehen. Vielleicht ist ja der eingangs bemühte Vergleich zwischen Eis und Beischlaf gar nicht so weit hergeholt, bedenkt man all die Menschen, die sich ob einer unglücklichen Liebe oder aufgedrängter Enthaltsamkeit in die Ersatzbefriedigung des Essen, dem sogenannten Frustfressen retten. Denen ist es egal, ob die Vanilleeiskugel in der Waffel oder im Becher serviert wird. Hauptsache irgendwer kommt zum Schuss oder lässt schießen. Hier von Liebe zu sprechen, hieße das Haus vom Dach her bauen oder den Weihnachtsmann im Elektrokamin zu suchen, also Zeitverschwendung. Sex hingegen ist ein bewährtes Mittel, auf seine Kosten zu kommen ohne zuzunehmen, anders als Liebe, die meist zu wohlwollender Trägheit und Körperzuwachs führt. Deshalb ist die Bezeichnung „Liebesdienste“ für Darreichungen des Horizontalen Gewerbes irreführend. Ernährungsberater oder Fitnesstrainer wären hier sinnvoller als der Quickie in der Mittagspause oder der Blowjob als Belohnung für einen stressigen Tag. Wer dennoch lieber isst als vernascht zu werden oder noch keine kulinarische Idee für den Familienansturm zu Weihnachten hat, kann sich unter folgendem Link die nötige Inspiration und Ablenkung vom faden Singleleben holen und der Statistik ein Schnäppchen schlagen, die herausgefunden hat, dass die, die ohne hormonellen Ausgleich das Jahr beenden auch schnell mal von der einen oder anderen Brücke springen.
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whats new Pussycat
April 18, 2008
Wie schön ist es, wenn man nach getaner Arbeit heim kommt, sich in seinen Lehnsessel setzt, die Pantoffeln anzieht, ein Bierchen öffnen und eine Pussy kraulen kann. Die Finger durchstreifen rötlich, leicht gewelltes Haar, werden feucht beim Berühren der rosanen Zunge und streicheln sanft die Ohren, bis die Muschi schnurrt und sich einem entgegen bäumt. Das Liebesspiel beginnt, sie rekelt sich auf seinem Schoß, er vergräbt seinen Kopf in ihrem Haar, es ist wunderbar. Dann kommt seine Frau.
Eine Szene, die täglich in tausenden Wohnzimmern stattfindet, hinter verschlossenen Türen und zugezogenen Gardinen, oft verschwiegen aber doch real, Alltag. Statistisch ist jede 10. Familie davon betroffen, Tendenz steigend, aber auch die Single Haushalte holen auf. Doch auch Frauen verwöhnen gern auf diese Art, nehmen sich, was ihrem Anspruch an Zuneigung, Zärtlichkeit und Körpernähe gerecht wird, egal ob Männlein oder Weiblein. Wissen um die Wärme des anderen nachts in ihrem Bett, zu ihren Füßen, an ihrem Bauch, raue Lust beim Lecken mit schneller Zunge und aufgestelltem Schwanz. Haarig ist er, sagt sie und ihn stört das nicht, wenn ihr Haar mit seidigem Glanz an ihrem Rücken entlang fließt. Eigenwillig und verträumt, verschmust und wild, treu oder arrogant, all das können sie sein, die Liebsten, die Süßen, die Hauskatzen.
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