Da suchen sie wieder im gefühlten 100sten Jahr der auf den Hund gekommenen Fernsehunterhaltung nach Deutschlands Superdepp mit Arsch und Stimme, breiter Brust oder zwei davon und ein bisschen verrucht, damit’s dem Dieter den Vogel raus haut und er zum Recall bläst, besser blasen lässt. Die Frischzellkur im Grand Hotel mit Susi Schmitt von der Supermarktkasse und Erkan Krause aus dem Jugendknast, für die die Bretter der (Musik)Welt nicht nur die Erfüllung von Sozialauflagen, sondern auch mindestens für 7 Staffeln Endausscheidung DSDS ein warmes Mittagessen versprechen, läuft wieder. Und ausgeschieden wird da eine Menge halbverdauerter Wahrheiten über den sozialen Niedergang des Landes und die Art, Programmgestaltung fern von Respekt und Interesse zu betreiben, aber auch von Tönen, die die Welt weder hören, geschweige denn sehen müsste, wäre nur Fremdschämen nicht so schön. Willkommen im TV-Zoo mit den bedauernswerten Hoffnungsträgern der deutschen Plattenindustrie, die notleidend sich an jeden Strohhalm klammert, auch wenn dieser weder Freunde noch einen Spiegel zu Hause zu haben scheint, denn anders lassen sich einzelne Kandidaten und deren Selbstwahrnehmung beim Casting um Deutschlands kommerziellste Stimme nicht erklären. Grand Canyon Bohlen und austauschbare Jurystaffage lassen die Löwen los und sehen den Grenzerfahrungen einzelner Zeitgeistsklaven im lauschigen Resopalambiente der DSDS-Casting-Arena zu und heben oder senken den Daumen je nach Regieanweisung aus dem Off, denn mancher Kandidat ist so peinlich, dass er der Einschaltquoten wegen unbedingt ein zweites Mal dem Volk vor die Füße geworfen werden muss. Von Volksmusik bis zum Nachsingen bereits unbekannter oder unidentifizierbarer Popfetzen reicht die stimmlich meist dünne Bandbreite der zu castenden Schlaganfallpatienten. Es sind nicht die berühmten 15 Minuten, um die hier die Opfer gelangweilter Mediennutzer buhlen, sondern der Kick, den weder GangBangs auf Homeparties noch Klebstoff aus Polen vermitteln können, und auch Mutti ist so ergriffen vom Talent ihres Nachwuchses, dem zwar die Schule keinen Spaß macht und eine Ausbildung egal ist, aber dieser Auftritt die Türen raus aus HartzIV in die Welt der Schönen, Reichen und Koksbesitzer öffnen soll, wo Mutti dann in der Popstar-Villa putzen kommen darf. Damit ist DSDS eine wichtige soziale Stütze unserer Gesellschaft und sollte regelmäßige Bußgeldzahlungen von Staatsanwältinnen, deren Töchter auch gern mal Herrn Bohlen einen blasen, äh singen wollen, zugewiesen bekommen. Wer die singenden Helden der Fußgängerzonen, Gemeinschaftsduschen im Stadtbad oder deutschen Ausnüchterungszellen sind, erfahrt ihr im:

 

DSDS Blog

 

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die magische Langeweile

Januar 12, 2009

Müde bin ich, geh zur Ruhe, mache beide Augen zu. Damit könnte eine Rezension über die zweite Staffel der „The Next Uri Geller Show“ beendet und umfänglich besprochen sein. Doch es war viel schlimmer. Hätte es nicht wenigstens einer der selbsternannten Mentalisten vorhersehen können, dass dieses Sendeformat von keinem außer den Teilnehmern und müden Rezensenten geschaut wird? Das wäre ein echter Kandidat für den nächsten Uri Geller Löffelbieger gewesen, was mir und vor allem den Betreibern des heutigen Blogfundstückchens eine Menge Lebenszeit erspart hätte. Stattdessen quälen sich und uns die Kandidaten vom Format des Hausmeisters an meiner Grundschule durch eine Reihe von Karten- und Wahrsagetricks, die zu Houdinis Zeiten schon einen Bart hatten und höchstens kleine Kinder hinters Licht geführt hätten. Unbekannte C-Promis als ähnlich müde Staffage ergänzen dieses Trauerspiel um den einzigen Menschen, der dadurch berühmt wurde, dass keiner glauben konnte, er wolle mit verbogenem Besteck die Welt beeindrucken, Uri Geller. Diese Idee war so armselig, dass man ihn in die sonst noch leeren Sendeformate in den Anfängen privater Fernsehunterhaltung einlud, wo anderenfalls Hugo Egon Balder Titten gezeigt hätte. Zum Glück waren diese lausigen Zeiten bald vorbei und Verbraucherinformationen spannender als Uri Gellers Peinlichkeiten. Leider erreichte mit der Klingeltondownloadwerbung auch das Fernsehen eine Niveautiefe, dass selbst Uri Geller eine zweite Chance bekam. Eine Stimme rettete ihn vor der alternativ von der Senderedaktion angedachten Wiedereinführung des Testbildes. Diese Stimme gehörte Stefan Gödde, der als Moderator dieser Show entweder sein soziales Jahr ableistet oder auf Bewährung ist, anders lässt sich dessen Spritzigkeit, ähnlich einer dreitägigen Urinprobe, nicht erklären. Das Konzept der Sendung ist kalkulatorisch ein Gewinn, selbst wenn kein Zuschauer so am Boden ist, um sich vor dem finalen Rettungsschuss noch diesen Alptraum anzusehen. Uri Geller machts für ein warmes Mittagessen, den engagierten Mentalisten mit HartzIV Anspruch genügt schon ein Freigetränk und die angeblichen Promis werden zahlen, um überhaupt einmal im Fernsehen zu sein und nicht alternativ ins Dschungelcamp zu müssen. Somit liegen die Einnahme über den Ausgaben, was allein Grund genug ist für Pro7 die Toten auferstehen zu lassen, wenn auch selten so grausig wie bei Uri Geller, dem Heilsbringer für die Menschen, denen das Leben wenig Geist und noch weniger Hoffnung geschenkt hat und die nun sehen, dass man mit noch weniger sogar ins Fernsehen kommt. Die angestaubten Taschenspielertricks der durch die Magierprüfung gefallenen Aushilfsillusionisten der Next Uri Geller Show kann jeder in seiner auf sein Handy downloadbaren Glaskugel oder unter folgendem Link nachlesen:

 

Next Uri Blog

 

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