Kleiner Hai Dim Dim

Juli 11, 2008

Mit kleinen Geschenken fängt man Mädchen, mit kleinen Mädchen jedoch Haie. Dass aber auch der Hai mal klein angefangen hat, lehrt uns derzeit ein Kinderlied, das die Charts stürmt und auf eine Art schwachsinnig ist, dass die Nation Kopf steht. Die 18-jährige Alemuel hat in einem privaten After Party Video nach durchzechter Silvesternacht fern ab von Zivilisation und gutem Geschmack die Zeichen der Zeit erkannt und das Medium Internet für ihre Warhol’schen 15 Minuten genutzt. Launige Zeilen zu einer nervtötenden Melodie in eine wackelige Kamera gelallt und der Sommerhit 2008 war im Kasten und nach nochmals 5 Minuten bei youtube hochgeladen. Geschätzte 12 Milliarden Uploads später war das Video bei 2,5 Millionen Klingeltonnutzern bekannt und youtube um dutzende Werbekunden von Iglo bis Greenpeace reicher. All das nur um einem Testosteron geschwängerten Jungmann zu beweisen, wer bei den heutigen Partykids die Eier in der Hose hat. Der Punkt ging klar an Alemuel, die sich seitdem kaum noch im Fischrestaurant ihres Vertrauens blicken lassen kann, ohne für die Überfischung der Meere verantwortlich gemacht zu werden oder Autogramme zu geben. Kurz nachdem der erste Hype vorüber war, kam auch die Musikmafia drauf, dass bei youtube nicht nur geistiges Eigentum verramscht wird, sondern neue Einnahmequellen schlummern, und EMI bot Alemuel einen Plattenvertrag, einen Auftritt bei THE DOME und eine gratis Homepage an. Auf dieser blogt das Mädchen, das dem Hai davon geschwommen ist und eine Nation zum rhythmischen Klatschen in die Hände veranlasst hatte. Zusätzlich finden sich Video, Kurzvita und anderer Kram, den keiner braucht, wenn er den Spot als Bildschirmschoner auf dem Handy hat. Wem das allerdings alles zu blöd ist, kann sich ja bei Anne Will als Talkgast ins Studio setzen oder in seinem CD Regal nach dem Sommerhit 2006, Schni Schna Schnappi suchen, an dem wenigstens nur 6jährige erkrankt sind.

Hai Blog

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Sind Sie männlich um die 40 und denken gelegentlich über Ihren Tod nach? Über das bisschen Elend, das Sie zum Schluss Ihres Dasein waren und die Erkenntnis, der Welt nichts zu hinterlassen als einen leeren Bürostuhl, der morgen wieder besetzt wird mit einem Mann, der noch 10 Jahre Zeit hat, über seinen Tod nachzudenken? Dann hoffe ich, liegt in Ihren schlaflosen Nächten eine Frau neben Ihnen, die es versteht, Sie auf andere Gedanken zu bringen….Anleitung hierzu gibt’s auf der heutigen Sammelseite für sinnfreie Unterhaltung und für Singles die 50 besten Namen von Pornofilmen, auch das soll vom Nachdenken über den Tod ablenken. Die Aufmerksamkeitsspanne, sich über die wesentlichen Dinge seines eigenen Lebens Gedanken zu machen, nimmt proportional zur Zunahme der bei youtube eingestellten Clips ab, wenn man schon keine Freunde hat, dank deren Emailverteilerlisten man täglich mit Nonsens bespamt wird. Die aufwachsenden Kinder auf Super 8 zu bannen war gestern, heute lädt man sich die Filme von Nachbarskindern hoch oder bestellt sich am Wochenende ein Mietkind, um günstiger ins Kino zu kommen, so man das Haus überhaupt noch verlässt. Fernreisen, um die Welt zu erleben? Wie sinnlos ist das, wenn zwei Clicks genügen, sich die Welt ins Wohnzimmer und vor die Pizzaschachtel zu holen. Waren Sie zB. schon mal in Japan? Japan ist eine Insel und wie es Inseln so an sich haben, damit ein wenig weiter vom Festland weg als andere Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel die Österreicher. Aber während die dort Familienwerte hochhalten, wird in Japan Trash gesellschaftsfähig. Ein Beispiel hierfür findet sich hinter dem geposteten Bildstream, der mich davon abhält, über den eigenen Tod nachzudenken.

Sinnfreier Blog

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BlogTV

April 4, 2008

Licht aus. Chips, Popcorn und Cola neben sich und die Beine auf den Platz des Vordermanns. Vorhang auf für Alex und Michalis, die Anchormen des IVY-TV Blogs, die Stimmen aus dem freien Internetkanal Hamburg auf IVYworld.de. Sie zeigen, dass öffentlich-rechtliches Fernsehen nicht langweilig sein muss und trotz Harald Schmidt sogar lustig sein könnte. Da sitzen sie, zwei Sympathieträger, die in den 80ger Jahren nicht nur Pickel und lange Haare, sondern auch keine Ahnung hatten, dass sie mal die Lücke zwischen geschriebener Tagebuchromantik und illegal downgeloadeten mp3 Stücken füllen würden. Vor grüner Fototapete erklären uns Alex und Michalis die Welt, zeigen Einblicke in und hinter die Kulissen des Lebens und beweisen, dass man nicht mit dem zweiten Auge, sondern auf den zweiten Blick besser sieht. Vom FCKW freien Killer-Kühlschrank über das gelesene Pornostück „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche zu der Rettung unseres Klimas durch Außerirdische, kein Thema ist vor Ihnen sicher und kein Ernst nötig, um dieses Format der Blogosphäre gut zu finden und der Telekom für Breitband und DSL dankbar zu sein. Lesen war gestern, heute wird geglotzt, drum gib uns unser täglich (TV) Blog mit Alex und Michalis.

IVY TV Blog

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Die Reise durch die Blog Galaxie gleicht der eines Zufallsgenerator auf der Suche nach den Gesetzmäßigkeiten von Zeit und Raum. Nichts muss, alles kann. So stellen sich zahlreiche Menschen täglich die Frage: Heute schon geblogt? Oder blockst du noch immer ab, dein Innerstes medienwirksam nach außen zu hängen, auf den Wühltisch der Web 2.0 Generation zu schmeißen und zum Thema der Menge zu machen? Was treibt den Blogger vor den PC und per Breitband auf die Bildschirme von in Deutschland geschätzten 100.000 Webtagebuchschreibern? Sind wir ein Meer von Schiffbrüchigen, die die gemeinsame Insel suchen oder drängen sich Themen so unwiderstehlich auf, dass wir diese noch vor der Tageszeitung von morgen unters Volk gebracht wissen wollen? Wo sind die Stecknadeln in all den Heuhaufen und sind die BILD.blog Betreiber wirklich Deutschlands erfolgreichste Medienkritiker? Es wird spannend bleiben und ebenso überflüssig eine weitere Nabelschau hier zu begründen. Daher werde ich als der blog von nebenan meine Mitblogger beobachten, deren Tagebücher sichten und hier besprechen. Originalität ist ebenso egal wie Bekanntheitsgrad oder das Maß an Entbehrlichkeit, um beim eigenen Blog zu beginnen. Es wird eine Reise durch die Blogosphäre sein und dem Zufall überlassen bleiben, wo ich strande.

Tourismus 2.0 - welch grandioses Schlusswort.

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