Pia’s Toon Tagebuch

Juni 20, 2008

Wenn kleine Mädchen zu malen beginnen, machen sie sich ganz viele Gedanken über die Farbe der Sonne und des Grases, ob der Schornstein auf dem Dach des windschiefen Häuschens raucht oder hübsche blaue Wolken bildet, solange der entsprechende Buntstift nicht gerade kaputt ist, sonst sind die Wolken eben rosa. Papa, Mama und der blöde kleine Bruder stehen in ungefährer Hausgröße herum und ähneln einem schweren Verkehrsunfall oder dem Versuch, außerirdisches Leben zu zeichnen. Sprechblasen fehlen meist noch und die Geschichte dahinter ist die Geschichte davor, die das kleine Mädchen in einer rote Flecken auf die Wangen zaubernden Geschwindigkeit hervorsprudelt, sich nicht um Syntax und Satzbau scherend. Wenn die kleinen Mädchen etwas älter werden, werden auch Strichführung und Sprechblase sorgfältiger und nach noch mal 5 cm Körperwuchs entdeckt der wache Betrachter erste Ansätze von Humor und verstecktem Schalk hinter den Kinderkritzeleien. Die Geschichten werden kompakter und setzen sich meist mit all dem täglichen Elend auseinander, das kleine Mädchen um Mittagschlaf und Schulspeisung bringen, denn wer isst, kann sich nicht so gut mit der besten Freundin unterhalten. Wer weniger Zeit in eine vorpubertäre Magersucht investiert oder keine beste Freundin hat, blogt seine bunte Welt und all die blau-rosa Wolken des Alltags. Große Mädchen machen das genauso und malen dazu muntere kleine Bildchen, die an die außerirdische Familie aus Kindertagen anknüpfen. Die Geschichten werden erwachsener und der Winkel der persönlichen Auseinandersetzung mit der Welt im Kleinen und Großen verbreitert sich. Doch auch wenn Taxifahrten zum Statussymbol und morgendliches Frühstück zur Existenzfrage werden, bleibt Pia, unsere heutige Blog-Gewinnerin, ihren kleinen Alter Egos aus der Krabbelgruppe und Kindergeburtstag treu, malt sie und haucht ihnen ein Leben ein, das ich manchen Kindern wünsche.  

 

   Pia’s Blog

 

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„Marshall übernehmen Sie, wie sind die Koordinaten des Konvents?” Eine alltägliche Sequenz für alle Alias Fans auf der Suche nach Milo Rambaldi und der Unsterblichkeit, die spätestens mit Staffel 6 Geschichte war. Doch der Konvent hat überlebt und, wir haben es geahnt, operiert von Deutschland unter dem ehrenwerten Vorsitz von Roman Herzog, einem der 12…und sicher auch Bilderbergmitglied…willkommen im Reich von Verschwörung, Weltherrschaft und hohen Steuersätzen. Deutschland am Abgrund? Nein, nur sein Mittelstand auf dem Weg zu Kopfpauschale und Mindestlohn, neudeutsch Hartz IV. Doch anders lassen sich halbjährliche Diätenerhöhungen und Rentenlügen von Nichteinzahlern nicht finanzieren, in einem Land, in dem sich Leistung noch lohnen soll, frei dem Motto: Wer sich was leistet, soll auch belohnt werden. Zum Beispiel mit Aufsichtsratsposten oder Lustreisen in Länder, wo Kinder weder in Kellern noch Gefriertruhen versteckt werden müssen, sondern für den Lebensunterhalt der Familie anschaffen gehen. Entwicklungshilfe mit Euromilliarden auch für das staatliche Bankenmonopoly, den Solidaritätscent auf jede Transaktion, damit auch morgen Bankmanager noch munter das Geld der Anleger verzocken können und Hedgefonds Geld für M&A (Muerte&Agonie) haben. Danken wir Österreich und seinen liebenswerten Familienvätern für die Schlagzeilen auf unseren Newsmagazinen, die uns davon abhalten, noch weiter hinter die Kulissen von Hochfinanz, Schattenregierung, Frühstücksdirektoren und Geheimgesellschaften zu blicken. Für die Unverbesserlichen, die sich nicht von TV und Fußball-EM ablenken lassen, sei Flier’s Welt, der gebloggte Zeitgeist und gezeichnete Wahnsinn als heutiges Blogfundstück empfohlen.

Flier’s Welt

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ja Lesen kann jeder, aber Bilder anschauen kommt meist zu kurz. Da, schon wieder, du liest meinen Blog, statt dir lustige Bilder vom Flix anzusehen, denn der macht mal was ganz Tolles. Er malt sein Leben und blogt es als Comicstrip vorbei an Kochrezeptaustauschblogbörsen oder Blog’aden wie „Gegen den Regenwald“ oder „Rückenwind für Radfahrer“. Für den gestressten Krawattenträger ebenso wie für die mit 12 Kindern gesegnete Vollzeitmutter beschränken sich Tag und Comic auf vier kleine Bildchen auf einer Bildschirmseite. Easy looking and a bit reading too, denn so ganz ohne Text können nur Pantomimen, nicht aber Comiczeichner. Doch der Flix weiß, wo die Grenzen seiner Gucker liegen und hält sich dezent in Ausdruck und Wortwahl zurück. Also Kopf aus und Computer an, der Appetit kommt beim Essen. Drum Mal-Zeit, gern auch in der Mittagspause.

Ps: Für die, die den Kopf anließen, wird’s auch richtig lustig. Flix’ Tagebuchder Flix Comic

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