Anwalts Liebling

August 28, 2008

 

 Woran merkt man, dass ein Anwalt lügt? Seine Lippen bewegen sich.

  

Natürlich ist der obige Witz üble Nachrede, gemein und trifft auf 5% der Anwaltschaft gar nicht zu. Aber die anderen Witze über diese beliebte Berufsgruppe waren weit boshafter. Doch all die Vorurteile, dass Anwälte selbstverliebte Geldsäcke sind, die sich mit Gott verwechseln und ihre Meinung nach dem Wind hängen, der am meisten Geldnoten herbeiweht, treffen doch weiß Gott nur auf Mediziner zu. Stattdessen reden wir von einer Berufsgruppe, denen halbjährlich tausende hochqualifizierte, hungrige und streitsüchtige Nachwuchsjuristen aus den Unis vor die Füße gekippt werden, doch der Kuchen wird nicht größer. Der Staat pickt sich die Rosinen raus und die Wald-Feld-und Wiesenkanzleien schießen aus dem Boden. Doch die Druckerschwärze der Briefköpfe ist oft noch nicht ganz trocken, da werden erste Kanzleischilder auch schon wieder abgeschraubt, Laufkundschaft zahlt sich nicht aus. Dass es dennoch mancher versucht und mit Humor nimmt, beweist unser heute empfohlener Rechtsberatungs-Blogger, der seine potentiellen Kunden ihm schon mal über die Schulter schauen lässt. Ja, der Anwaltsberuf könnte schön, angesehen und lukrativ sein, wären da nicht die Mandanten und deren zeitintensiven, kleinlichen Problemchen, die mit einem Schlag ins Gesicht oft behoben wären, aber die goldenen Zeiten sind vorbei. „Wenn ich Recht hätte, bräuchte ich keinen Anwalt.“, dieser oder ähnlich qualifizierte Sätze verfolgen den idealistischen Junganwalt bis in den Schlaf und lassen die Träume von beruflichen Alternativen farbiger werden. Fragen Sie mal ihren Taxifahrer, wie viele Semester Jura er vor dem Geschichtsstudium absolviert hat. Der Lack ist ab, spätestens, wenn die Reno-Fachangestellten älter sind als der Anwalt selbst oder beginnen, statt berufskleidungsvorgeschriebenen Miniröckchen Hosen zu tragen und ihre Rechte zu Arbeitszeit und Urlaub kennen. Nein, die Welt ist nicht so trivial und Anwälte wollen zu Recht ernst genommen werden, das wollen Busfahrer auch. Dass Juristen per se humorlos sind, ist ebenfalls unrichtig, nur lachen sie vermutlich über andere Dinge als der potentielle Mandant. Wen dennoch ein gelegentlich mit einem Augenzwinkern verpackter Blick in die Untiefen der Juristerei interessiert, sollte eine Rechtsschutzversicherung abschließen und folgenden Link zu Rate ziehen. Aber ohne Gewähr.

 

Rechts Blog

 

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Hausmeister Blog

April 3, 2008

Wer die Serie „scrubs“ kennt und liebt, hat in aller Regel einen Favoriten, den Hausmeister. Raue Schale, duller Kern und immer ein Auge für den Fleck an der Wand. Ein bisschen James Bond, ein bisschen Erich Mielke (für die ab 1989 Geborenen: Ex Stasi Chef der DDR), allzeit bereit mit Wischmob und Laubbläser im Kampf für die Ordnung in der Welt, einer der die Mülltrennung zum Staatsakt macht und jedem ungefragt beibringt, wo es im Leben (eines Hausmeisters) langgeht. Wären da nicht die vielen kleinen Probleme und Sorgen der Wohnenden, wäre ein Dasein ohne wohngemeinschaftlich finanzierten Dobermann und Aushilfsengel ein segensreiches. Doch zu dessen Glück leckt mal hier die Heizung oder ist mal dort der Ableser selbiger einzulassen, bereiten sich Wasserflecke an Nachbars Decke aus und parken schon wieder Touristen in der gemeinschaftseigenen Wohntiefgarage. Wen wundert es, dass ein solch bewegtes Leben voller Verantwortung, Undank, Frust und militärischer Geradlinigkeit gebloggt werden will, rare Tipps aus der Magierwerkstatt des Besenmanns und Sensenschwingers, wenn das Gras hinterm Haus mal wieder zu hoch steht. Außer Samstag ab 12 Uhr mittags, da wird der Rasenmäher angeworfen und exakt bis 15 Uhr gemäht. Vom Ungezieferbefall bis hin zu lebensbedrohlichen Geräuschen in der Heizungsanlage, von Auszugsanekdoten über eine seltene Rubrik (Hausmeister)-Humor hin zu Tipps im Bereich Gas, Wasser, Scheiße finden sich in der heutigen Blograrität zahllose und unvergessliche Geschichten aus dem Leben eines Hausmeisters mit Verwaltungsaufgaben.

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