Endlich ist sie da, die Vorweihnachtszeit. Seit Ende August ahnten wir es schon, doch gelegentlich in Supermärkten und Bauhäusern auftauchende Lebkuchenherzen ließen eher an einen späten Valentintagsgruß glauben als an unrasierte Paketschlepper und minderjährige Jahresendflügelfiguren. Nun aber ist die Gewissheit da, die ersten Supermärkte räumen ihre Regale bereits wieder frei von Spekulatius, Vanillekipferln und Zimtsternen, denn Ostern naht und mit ihm grüner Kunstrasen und Hasenvielfalt. Ergo, Weihnachten steht vor der Tür. Allerorten sprießen die Glühweinfeste und Wurststände aus dem Boden, hübsch verpackt in Kunstschneewatte, benadelte Baumschmuckträger und Kleintierzoo mit Eseln und dem Christuskind. Weihnachtslieder und klingende Registrierkassenmusik erfreuen die steifgefrorenen Ohren und der Duft von Kerzenwachs und gebrannten Mandeln öffnet die Herzen und erinnert an das ach so schöne Oktoberfest, doch es ist Weihnachten. Nicht zu ändern und jedes Jahr ein wenig schlimmer, denn die Verwandtschaft wird nicht jünger nur zahlreicher. Die Zeit bis das abnimmt ist leider noch fern, doch die Feiertage tragen nicht gerade dazu bei gesund zu altern. Geschichten von vor und nach dem Krieg und der Freude über ein Stück Butter oder kratzige Ziegenwollepullover trüben die Stimmung ebenso sicher wie der Schluck zuviel vom selig der Schwägerin an den Hintern greifenden Onkel, von dem es letztes Jahr noch hieß, wenn der weiter so säuft, erlebt er das nächste Jahr nicht mehr. Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch der wahre Höhepunkt ist der Stand der Waage im Januar, dem satte Wochen und Tage voller Genuss und ungehemmter Lebensfreude in Gestalt von Enten, Gänsen, Kaninchen oder Wildbrett voraus gingen. Aber verantwortlich für bierselige Neujahrsvorhaben voller Sport und Bewegungsdrang sind weniger die Fressfeste zwischen den Jahren als vielmehr die Dauerversuchung des Weihnachtsgebäcks, allen voran der Christstollen, den der Teufel gesehen hat. Dieser unverzichtbare Bestandteil eines jeden vorweihnachtlichen Kaffeekränzchens hat es auch auf die Titelseite der heutigen Blogempfehlung geschafft und empfiehlt sich zum Nachbacken oder schlichten Verzweifeln, wenn man den Speck vom letzten Fest noch auf den Hüften spürt. Guten Appetit.

christstollen Bäcker Blog

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Eine Antwort zu “Auf die Plätzchen, fertig, los”

  1. [...] 27, 2008 Was dem einen die Plätzchen, sind dem anderen die Gans am 1. Weihnachtsfeiertag oder der Karpfen, wenn man zionistischen [...]

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