Deppen-Leer-Zeichen
November 21, 2008
Was hat die Welt am wenigstens gebraucht? Ja, die Wiedervereinigung, Georg W. Bush und Frankreich als Ganzes. Alles richtig, doch ich meine die Rechtsschreibreform. In rauchigen Hinterzimmern wurde in aller Heimlichkeit und ohne irgendwelche Legitimation am Volkes Wille vorbei diese Operation „Dumm wie eine Flasche Pommes“ gestartet und zu einem unrühmlichen Ende gebracht, für das eine Generation Schüler und ca. 80 Millionen der Deutschen Sprache Mächtiger bluten mussten. Manchem hat diese Umstellung den letzten Rest Verstand aus dem Dachstübchen geschossen. Vertreter dieser bemitleidenswerten Randgruppe sind zumeist pensionierte Lehrer, Parkuhren oder Menschen ohne geregelten Geschlechtsverkehr. Zu welcher dieser drei Kategorien der heute empfohlene Blogwart gehört, weiß ich nicht. Aber es muss ihn schwer getroffen haben, befindet er sich seit der Verlautbarung über die geplante Vereinfachung der Deutschen Sprache auf einem Kreuzzug zum Erhalt des Bindestrichs und hat dem sogenannten Deppen „ „ Leerzeichen den Krieg erklärt. Die Buchstabensuppen Hersteller fürchten eine Klageflut, finden sich doch nicht ausreichend Bindestriche in ihren Genuss Kreationen, gleiches gilt der Scrabble Industrie, die schon durch Loriots „Hundnase“ und „Schwanzhund“ schwer in Misskredit geriet und Hunderte von Lese- und Rechtschreibgeschwächten vor die Tür setzen musste. Ein Gespenst geht um in Europa, und dieses Gespenst schreibt sich ohne Bindestrich, das Deppenleerzeichen. Die positive Nachricht in diesen Zeiten der Not, dem Elend verrohender Sitten und dem Werteverfall ganz allgemein ist aber, dass Rettung naht, Rettung in Gestalt des selbsternannten Rächers Deutscher Sprachtugenden und druckreifer Orthografie. „Was weiß Duden?“, ruft der Betreiber der heutigen Blog Empfehlung jedem entgegen, der sich traut, einen Bindestrich freien Doppelnamen zu führen oder auch sonst von minderem Verstand ist. Mit Zeit im Überfluss und dem Vorsatz, im nächsten Jahr in die offene Betreuung zu kommen, listet sich das Weltgewissen der Deutschen Sprache durch seine Welt voller Leerzeichen und warnt vor dem Aussterben des Bindestrichs, der sich neben Genitiv und dem Eszett auf der Roten Liste der World Duden Foundation befindet. Ich rufe daher zur Sammlung auf, geht hin und sucht nach den letzten verbliebenen Exemplaren dieser seltenen Spezies, stellt sie und bringt sie in den Zoo, wo wir uns ihrer auch noch in den Jahren kommender Vokal- und Verbverluste dankbar erinnern werden. Es wird kalt in Deutschland, einem Land, dass mit der Annektierung der Deutschen-Demokratischen-Republik und der Überführung dieser Region in die Bundesrepublik dem Bindestrich den Rest gab. Ein typischer Kollateralschaden deutscher Geschichte und des Versuches, den Kalten Krieg zugunsten der Europäischen Union zu beenden, wofür ich mich ganz persönlich bei Herrn Martin Pittelkow, dem Betreiber des hier verlinkten Alleinstellungsmerkmals, entschuldigen möchte.
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Ps: Die im Text versteckten Deppen-Leer-Zeichen sind als kleiner Anreiz für eine Vielzahl kluggeschissener Lesermeinungen gedacht.