Internetliga gegen Sexualität
November 18, 2008
Nach dem letzten schundhaft pornografischen Artikel möchte ich anlässlich des Buß- und Bettages aus Franz Frommhelds keuschem Online-Tagebuch zitieren und mich gegen die Verderbtheit der Welt aussprechen. Nacktheit ist Pornografie und damit Sünde, Schande und bedarf einer zweistündigen Morgenwäsche mit Kernseife und einer drahtigen Pferdebürste, wie Franz Frommheld, der Wächter von Sitte und Moral, gewöhnlich seinen Tag beginnt. Er, der Leiter der Taunus-Bibliothek mit garantiert moralisch einwandfreien Büchern – andere fliegen in den Bach -, hat zusammen mit seinen Kommunarden Karl-August Bromme †, Ferdinand Schratmannsdörffer und Frau Gudrun der Obszönität der Welt den Krieg erklärt. Gemeinsam stemmen sie sich dem Untergang des Abendlandes entgegen und wollen der Sexualität einen entscheidenden Faustschlag in den verlotterten Unterleib erteilen. Doch der Feind lauert aller Orten. Die durch die Pornozeitschrift „BRAVO“ aufgehetzte und verdorbene Jugend zeigt sich unbeeindruckt von der Politik der sexualfreien Erziehung und dem gebotenen Zwang, moralisch verfehlte Gedanken mit dem Zeigestock zu vertreiben. Stattdessen ist unsere Jugend zwar beim Onanieren und Handytelefonieren vorneweg, kann aber einen Strohhalm nicht von einer Milchkuh unterscheiden, wie schon der viel zu früh verstorbene Moralist Karl-August Bromme und Mitbegründer der Internetliga gegen Sexualität treffsicher bemerkte. Kein Wunder, wenn dem unreifen Kind an jeder Ecke verdrecksaute Bilder angeboten werden und die einst reine Seele mit Schleim, Auswurf und geiler Seuche beschmutzen. Allein der sogenannte Aufklärungsunterricht an den Schulen dient ausschließlich dem Verderben unserer Kinder, weil sich Lehrer schimpfende Lustgreise an den bebenden Brustspitzen und gehärteten Hansemännern der Minderjährigen erregen wollen. Wie war Franz Frommheld entsetzt, als einige dieser fehlgeleiteten Schüler nach dem Buch „Die Sexualität des Menschen“ für deren Unterricht fragten. Dort waren ein Mann und eine Frau abgebildet, die lediglich Unterwäsche trugen, also nackt waren! Natürlich landete auch dieser Pornoschinken im städtischen Bach, denn eine Entsorgung auf Kosten der Moralinstanz Frommhelds war selbigem nicht zumutbar. Dass die Kinder ordentlich eine in die Fresse geschlagen bekamen, versteht sich angesichts des Erziehungsauftrages der Internetliga gegen Sexualität von selbst und dürfte eine wichtige Lektion in der Aufzucht dieser Minderjährigen gewesen sein. All diese ekelerregende und moralzersetzende Verkommenheit der Medien, Schulen und Politiker ist eine Entwicklung, der sich nur frigide, impotente oder anderweit charakterlich gefestigte Menschen entziehen können. Wer hingegen an Sexualität interessiert ist, also krank im Kopf, sollte auf Empfehlung Herrn Frommhelds ein Eisbad nehmen und sich an seinem Hansemann aufhängen. Ganz abartig sind zudem die, die sich bestenfalls unterschiedlichen Geschlechts einbilden, ihren Trieben durch eine Ehe, den Nachtexpress des Teufels, eine Legitimation zu geben. Nacktheit ist ein Verbrechen und sündhaft zugleich, egal, ob Mann und Frau unter einem Dach leben oder sich auf Waldwiesen oder in Bahnhofstoiletten vergehen. Die Ehe ist die Puffmutter der Pornografie und gehört verboten, geteert, gefedert und in den Bach geworfen.
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