Alles was Recht ist
November 30, 2008
Hmmm, Beck? Da gabs mal so einen SPD-Teddybären, der sich vornahm, die Welt zu erobern, oder wenigstens deutscher König zu werden. Legenden ranken sich um diese tragische Figur, die irgendwo zwischen Rheinischem Schiefergebirge und Pfälzerwald im Mainzer Becken auf der Strecke blieb. Ähnlich einem Yeti soll das scheue Wesen von Stammtisch zu Stammtisch unterwegs sein, immer auf der Suche nach der verloren gegangenen Basis. Doch gesehen hat ihn bislang kaum jemand. Ähnlich wie den Beck-Blog, der mit Kurt Beck neben dem Namen auch den Grad an öffentlicher Zuwendung teilt, frei dem Motto: Beck? Wer ist Beck? Ja, Rufus Beck als Harry Potter Vorleser oder Becks, gleich welchen Geschmacks sind aus dem Leben der Generation Praktikum nicht mehr hinweg zu denken. Ein juristischer Fach-Blog hingegen hat es da schon schwerer, so ohne Zauberstab und Orange-Zimt als neue weihnachtliche Geschmacksrichtung. Fern ab von Bildmaterial und Videostream, nur dem Wort und mancher Paragrafenkette verpflichtet, stellt die 40 Watt Birne über den Schreibtischen der kleinen, aber feinen Zahl der Expertenblogger bereits den größten Lichtblick in dem bisherigen Schattendasein dieses juristischen Webcommunity-Versuches dar. Schlagzeilen wie aus der Rubrik „Wirtschaft und Recht“ der regionalen Ortspostille finden sich bereits auf unterhaltsameren Plattformen und sind zum Einpacken des Silvesterkarpfens anders als die normale Tageszeitung gleichfalls ungeeignet. Doch was tut man nicht für ein bisschen Traffic im ach so hippen Web2.0 Markt. Da riskiert der eine oder andere Verlag gern ein paar tausend Euro für überbezahlte Communitymanager, lassen sich doch Kosten und Aufwand nirgends so gut verstecken wie in der nebulösen Welt der Blogs und Blogger, wo Idealismus Urstände feiert und Wirtschaftlichkeit gleich hinter Seriosität und Bedeutsamem folgt, nämlich ganz hinten. Doch aller Anfang ist schwer, auch für namhafte Fachbuchverlage, die sich ihre Klientel zwischen Bundesverfassungsgericht und dem BILD-Rechtsrat zusammenlesen dürfen. Da heißt es kreativ zu sein, auch wenn die Idee des Blogs kaum noch wen hinter seinem „Palandt“ hervorholen dürfte und mit der ursprünglichen Idee eines Web-Tagebuches schwerlich vereinbar scheint. Hier tut Hilfe not. Drum zerreißt eure Rechtsschutzversicherungen, kündigt eurem Anwalt des Vertrauens und abonniert den Beck-Rechtsblog, denn bald ist Weihnachten und damit Zeit für gute Taten. Lasset ab vom Schmücken des Baumes, Versenden von Grußkarten und vom festtäglichen Kochen und Backen, denn der chefkoch.de-Blog hat bereits mehr als 81.000 Abonnenten, dem kaum mehr als 100 versprengte Rechtsratssuchende beim Beck-Blog gegenüberstehen. Drum kein Mitleid, nur ein bisschen Lese- und Lebenszeit, denn anders als Kurt Beck hat der Beck-Blog vielleicht noch eine Zukunft.
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Liebe geht durch den Magen
November 27, 2008
Was dem einen die Plätzchen, sind dem anderen die Gans am 1. Weihnachtsfeiertag oder der Karpfen, wenn man zionistischen Glaubens ist. Maßlosigkeit und Völlerei, die perfekte Mischung, um am Neujahrsmorgen die Joggingschuhe anzuziehen, den Schal umzubinden und in die Trinkhalle von nebenan zu laufen, um noch rechtzeitig das Konterbier zu erwischen bevor die versoffene Nachbarschaft angetobt kommt. Doch all das wird überschattet vom wahren Grund der jahresendzeitlichen Familientragödien und Kaufrauschexzesse, dem Fest der Liebe. Ich spreche nicht von trauter Harmonie im Kreis der Lieben, nein, sondern von den zahllosen Weihnachtsfeiern, wo nach drei Flaschen Wein selbst die Schnalle aus der Buchhaltung schwanengleich mit auf die Herrentoilette gezerrt und glattgebügelt wird, denn Liebe ohne Sex ist wie Vanilleeis ohne Waffel. Anders als Sex ohne Liebe, das schmeckt auch so. Manchen sogar besser, denn dann kann man zur Eiskugel im Porzellanbecher noch heiße Himbeeren oder Schokosauce beigeben, probieren Sie das mal auf einer labbrigen Waffel. Die hält ungefähr so lange, wie durchschnittlicher Sex in einer durchschnittlichen Beziehung dauert oder anders ausgedrückt: bis ER fertig ist. Dann gibt es noch die, die sagen, Vanilleeis schmeckt gar nicht, besser Schoko, aber über homosexuellen Beischlaf soll es hier nicht gehen. Vielleicht ist ja der eingangs bemühte Vergleich zwischen Eis und Beischlaf gar nicht so weit hergeholt, bedenkt man all die Menschen, die sich ob einer unglücklichen Liebe oder aufgedrängter Enthaltsamkeit in die Ersatzbefriedigung des Essen, dem sogenannten Frustfressen retten. Denen ist es egal, ob die Vanilleeiskugel in der Waffel oder im Becher serviert wird. Hauptsache irgendwer kommt zum Schuss oder lässt schießen. Hier von Liebe zu sprechen, hieße das Haus vom Dach her bauen oder den Weihnachtsmann im Elektrokamin zu suchen, also Zeitverschwendung. Sex hingegen ist ein bewährtes Mittel, auf seine Kosten zu kommen ohne zuzunehmen, anders als Liebe, die meist zu wohlwollender Trägheit und Körperzuwachs führt. Deshalb ist die Bezeichnung „Liebesdienste“ für Darreichungen des Horizontalen Gewerbes irreführend. Ernährungsberater oder Fitnesstrainer wären hier sinnvoller als der Quickie in der Mittagspause oder der Blowjob als Belohnung für einen stressigen Tag. Wer dennoch lieber isst als vernascht zu werden oder noch keine kulinarische Idee für den Familienansturm zu Weihnachten hat, kann sich unter folgendem Link die nötige Inspiration und Ablenkung vom faden Singleleben holen und der Statistik ein Schnäppchen schlagen, die herausgefunden hat, dass die, die ohne hormonellen Ausgleich das Jahr beenden auch schnell mal von der einen oder anderen Brücke springen.
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Auf die Plätzchen, fertig, los
November 24, 2008
Endlich ist sie da, die Vorweihnachtszeit. Seit Ende August ahnten wir es schon, doch gelegentlich in Supermärkten und Bauhäusern auftauchende Lebkuchenherzen ließen eher an einen späten Valentintagsgruß glauben als an unrasierte Paketschlepper und minderjährige Jahresendflügelfiguren. Nun aber ist die Gewissheit da, die ersten Supermärkte räumen ihre Regale bereits wieder frei von Spekulatius, Vanillekipferln und Zimtsternen, denn Ostern naht und mit ihm grüner Kunstrasen und Hasenvielfalt. Ergo, Weihnachten steht vor der Tür. Allerorten sprießen die Glühweinfeste und Wurststände aus dem Boden, hübsch verpackt in Kunstschneewatte, benadelte Baumschmuckträger und Kleintierzoo mit Eseln und dem Christuskind. Weihnachtslieder und klingende Registrierkassenmusik erfreuen die steifgefrorenen Ohren und der Duft von Kerzenwachs und gebrannten Mandeln öffnet die Herzen und erinnert an das ach so schöne Oktoberfest, doch es ist Weihnachten. Nicht zu ändern und jedes Jahr ein wenig schlimmer, denn die Verwandtschaft wird nicht jünger nur zahlreicher. Die Zeit bis das abnimmt ist leider noch fern, doch die Feiertage tragen nicht gerade dazu bei gesund zu altern. Geschichten von vor und nach dem Krieg und der Freude über ein Stück Butter oder kratzige Ziegenwollepullover trüben die Stimmung ebenso sicher wie der Schluck zuviel vom selig der Schwägerin an den Hintern greifenden Onkel, von dem es letztes Jahr noch hieß, wenn der weiter so säuft, erlebt er das nächste Jahr nicht mehr. Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch der wahre Höhepunkt ist der Stand der Waage im Januar, dem satte Wochen und Tage voller Genuss und ungehemmter Lebensfreude in Gestalt von Enten, Gänsen, Kaninchen oder Wildbrett voraus gingen. Aber verantwortlich für bierselige Neujahrsvorhaben voller Sport und Bewegungsdrang sind weniger die Fressfeste zwischen den Jahren als vielmehr die Dauerversuchung des Weihnachtsgebäcks, allen voran der Christstollen, den der Teufel gesehen hat. Dieser unverzichtbare Bestandteil eines jeden vorweihnachtlichen Kaffeekränzchens hat es auch auf die Titelseite der heutigen Blogempfehlung geschafft und empfiehlt sich zum Nachbacken oder schlichten Verzweifeln, wenn man den Speck vom letzten Fest noch auf den Hüften spürt. Guten Appetit.
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Deppen-Leer-Zeichen
November 21, 2008
Was hat die Welt am wenigstens gebraucht? Ja, die Wiedervereinigung, Georg W. Bush und Frankreich als Ganzes. Alles richtig, doch ich meine die Rechtsschreibreform. In rauchigen Hinterzimmern wurde in aller Heimlichkeit und ohne irgendwelche Legitimation am Volkes Wille vorbei diese Operation „Dumm wie eine Flasche Pommes“ gestartet und zu einem unrühmlichen Ende gebracht, für das eine Generation Schüler und ca. 80 Millionen der Deutschen Sprache Mächtiger bluten mussten. Manchem hat diese Umstellung den letzten Rest Verstand aus dem Dachstübchen geschossen. Vertreter dieser bemitleidenswerten Randgruppe sind zumeist pensionierte Lehrer, Parkuhren oder Menschen ohne geregelten Geschlechtsverkehr. Zu welcher dieser drei Kategorien der heute empfohlene Blogwart gehört, weiß ich nicht. Aber es muss ihn schwer getroffen haben, befindet er sich seit der Verlautbarung über die geplante Vereinfachung der Deutschen Sprache auf einem Kreuzzug zum Erhalt des Bindestrichs und hat dem sogenannten Deppen „ „ Leerzeichen den Krieg erklärt. Die Buchstabensuppen Hersteller fürchten eine Klageflut, finden sich doch nicht ausreichend Bindestriche in ihren Genuss Kreationen, gleiches gilt der Scrabble Industrie, die schon durch Loriots „Hundnase“ und „Schwanzhund“ schwer in Misskredit geriet und Hunderte von Lese- und Rechtschreibgeschwächten vor die Tür setzen musste. Ein Gespenst geht um in Europa, und dieses Gespenst schreibt sich ohne Bindestrich, das Deppenleerzeichen. Die positive Nachricht in diesen Zeiten der Not, dem Elend verrohender Sitten und dem Werteverfall ganz allgemein ist aber, dass Rettung naht, Rettung in Gestalt des selbsternannten Rächers Deutscher Sprachtugenden und druckreifer Orthografie. „Was weiß Duden?“, ruft der Betreiber der heutigen Blog Empfehlung jedem entgegen, der sich traut, einen Bindestrich freien Doppelnamen zu führen oder auch sonst von minderem Verstand ist. Mit Zeit im Überfluss und dem Vorsatz, im nächsten Jahr in die offene Betreuung zu kommen, listet sich das Weltgewissen der Deutschen Sprache durch seine Welt voller Leerzeichen und warnt vor dem Aussterben des Bindestrichs, der sich neben Genitiv und dem Eszett auf der Roten Liste der World Duden Foundation befindet. Ich rufe daher zur Sammlung auf, geht hin und sucht nach den letzten verbliebenen Exemplaren dieser seltenen Spezies, stellt sie und bringt sie in den Zoo, wo wir uns ihrer auch noch in den Jahren kommender Vokal- und Verbverluste dankbar erinnern werden. Es wird kalt in Deutschland, einem Land, dass mit der Annektierung der Deutschen-Demokratischen-Republik und der Überführung dieser Region in die Bundesrepublik dem Bindestrich den Rest gab. Ein typischer Kollateralschaden deutscher Geschichte und des Versuches, den Kalten Krieg zugunsten der Europäischen Union zu beenden, wofür ich mich ganz persönlich bei Herrn Martin Pittelkow, dem Betreiber des hier verlinkten Alleinstellungsmerkmals, entschuldigen möchte.
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Ps: Die im Text versteckten Deppen-Leer-Zeichen sind als kleiner Anreiz für eine Vielzahl kluggeschissener Lesermeinungen gedacht.
Internetliga gegen Sexualität
November 18, 2008
Nach dem letzten schundhaft pornografischen Artikel möchte ich anlässlich des Buß- und Bettages aus Franz Frommhelds keuschem Online-Tagebuch zitieren und mich gegen die Verderbtheit der Welt aussprechen. Nacktheit ist Pornografie und damit Sünde, Schande und bedarf einer zweistündigen Morgenwäsche mit Kernseife und einer drahtigen Pferdebürste, wie Franz Frommheld, der Wächter von Sitte und Moral, gewöhnlich seinen Tag beginnt. Er, der Leiter der Taunus-Bibliothek mit garantiert moralisch einwandfreien Büchern – andere fliegen in den Bach -, hat zusammen mit seinen Kommunarden Karl-August Bromme †, Ferdinand Schratmannsdörffer und Frau Gudrun der Obszönität der Welt den Krieg erklärt. Gemeinsam stemmen sie sich dem Untergang des Abendlandes entgegen und wollen der Sexualität einen entscheidenden Faustschlag in den verlotterten Unterleib erteilen. Doch der Feind lauert aller Orten. Die durch die Pornozeitschrift „BRAVO“ aufgehetzte und verdorbene Jugend zeigt sich unbeeindruckt von der Politik der sexualfreien Erziehung und dem gebotenen Zwang, moralisch verfehlte Gedanken mit dem Zeigestock zu vertreiben. Stattdessen ist unsere Jugend zwar beim Onanieren und Handytelefonieren vorneweg, kann aber einen Strohhalm nicht von einer Milchkuh unterscheiden, wie schon der viel zu früh verstorbene Moralist Karl-August Bromme und Mitbegründer der Internetliga gegen Sexualität treffsicher bemerkte. Kein Wunder, wenn dem unreifen Kind an jeder Ecke verdrecksaute Bilder angeboten werden und die einst reine Seele mit Schleim, Auswurf und geiler Seuche beschmutzen. Allein der sogenannte Aufklärungsunterricht an den Schulen dient ausschließlich dem Verderben unserer Kinder, weil sich Lehrer schimpfende Lustgreise an den bebenden Brustspitzen und gehärteten Hansemännern der Minderjährigen erregen wollen. Wie war Franz Frommheld entsetzt, als einige dieser fehlgeleiteten Schüler nach dem Buch „Die Sexualität des Menschen“ für deren Unterricht fragten. Dort waren ein Mann und eine Frau abgebildet, die lediglich Unterwäsche trugen, also nackt waren! Natürlich landete auch dieser Pornoschinken im städtischen Bach, denn eine Entsorgung auf Kosten der Moralinstanz Frommhelds war selbigem nicht zumutbar. Dass die Kinder ordentlich eine in die Fresse geschlagen bekamen, versteht sich angesichts des Erziehungsauftrages der Internetliga gegen Sexualität von selbst und dürfte eine wichtige Lektion in der Aufzucht dieser Minderjährigen gewesen sein. All diese ekelerregende und moralzersetzende Verkommenheit der Medien, Schulen und Politiker ist eine Entwicklung, der sich nur frigide, impotente oder anderweit charakterlich gefestigte Menschen entziehen können. Wer hingegen an Sexualität interessiert ist, also krank im Kopf, sollte auf Empfehlung Herrn Frommhelds ein Eisbad nehmen und sich an seinem Hansemann aufhängen. Ganz abartig sind zudem die, die sich bestenfalls unterschiedlichen Geschlechts einbilden, ihren Trieben durch eine Ehe, den Nachtexpress des Teufels, eine Legitimation zu geben. Nacktheit ist ein Verbrechen und sündhaft zugleich, egal, ob Mann und Frau unter einem Dach leben oder sich auf Waldwiesen oder in Bahnhofstoiletten vergehen. Die Ehe ist die Puffmutter der Pornografie und gehört verboten, geteert, gefedert und in den Bach geworfen.
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Cute little porn girls
November 15, 2008
Jaja, die kleinen Mädchen rekeln sich lasziv auf diversen Unterlagen, recken dem Betrachter alles Begehrenswerte ins Gesicht und schauen aus übergroßen Augen als wollten Sie sagen: „Please Mister, be carfully”. An der Grenze zwischen Kindlichkeit und Vamp überschreiten manche dieser Japanischen Comicsstips den guten Geschmack oder die juristische Barriere des Kinderschutzes. Kindfrauen verführen und werden verführt, missbraucht, erniedrigt oder schlicht konsumiert als süß gezeichnete Chicks in bestenfalls Schulmädchenuniform. Nackte Tatsachen sparen Fantasie, denn eindeutig zweideutig versteht es die Japanische Comickunst den niedlichen Mangafiguren die Kleidchen auszuziehen und als Hentai in die Erwachsenenabteilung des Internets zu verbannen. Quer durchs gesamte Kamasutra kopulieren die gemalten Figuren realer oder wirrer Fantasiewelten in einer Vielzahl von Varianten und Gruppierungen, denn träumt nicht jedes Mädchen, gleichzeitig von mindestens 3 Männern penetriert zu werden? Auf Hentai Bildern schon. Da werden Männerträume wahr, wenn literweise Körperflüssigkeiten aus und in die zierlichen Mädchen spritzen, sich über Körpchengröße Doppel D bei einer Konfektionsgröße von 28 ergießen und Nahrung und Getränk gleichzeitig sind. Mit gespreizten Beinen und angstvoll geweitetem Blick sehen sich die Asia-Lolitas überdimensionierten männlichen Attributen der Lust ausgeliefert und opfern Ihre Unschuld unter spitzen Schmerzesschreien, die allmählich lustvoll anschwellendem Stöhnen weichen. Zumindest wenn man einen Mediaplayer besitzt und sich neben den Cartoons auch die kleinen, erotischen Schweinereien als animierte Kurzfilme anschaut. Ja, die Japanische Kultur ist anders als wir es unseren Kunstschaffenden zutrauen und erlauben würden. Wer sich hierüber erregt, ist entweder ein Freund gezeichneter Pornografie oder ein Heuchler, denn ist es nicht besser, man genießt gezeichnete Unschuld als sich gebrauchter Schulmädchenunterwäsche zu bedienen, wie es in Japan ebenfalls verbreitet ist. Die Beschaffung dieser Fetische dürfte dann die Grenzen der Legalität überschreiten und reale Mädchen weit mehr bedrohen als es der gezeichnete feuchte Traum des Hentai jemals vermag.
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ein Quantum Trost
November 12, 2008
Wer krank ist, geht zum Arzt und wem das nicht hilft zum Bestatter. Der Unterschied ist, dass es bei Letzterem kein Wartezimmer gibt und der Ruf „der Nächste bitte“ pietätlos wäre. Wenn nicht gerade die Titanic auf offener See versinkt, ist das Bestattungswesen trotz oder gerade wegen der Gesundheitsreform ein krisensicheres Gewerbe, denn gestorben wird immer. Nur nicht immer so menschlich, wie es bei dem bloggenden Sargnagel der heutigen Linkempfehlung den Anschein hat. Ob Brandner Kasper oder Bruder Hein, der Gevatter Tod ist ein Misanthrop und übellauniger Geselle, geht er doch über Leichen und macht keine Gefangenen. Umso erfrischender, dass manche seiner little Helper dem Leben näher als der Grube sind und die auf ihrer Warteliste stehende Welt daran teilhaben lassen. Wählerisch darf man als Bestatter vermutlich nicht sein, auch nicht gerade zimperlich beim Abtransport von vor Monaten einsam in ihrer Einszimmerwohnung Verstorbener. Auch die tägliche Freude über Kundschaft dürfte angesichts deren bettlägeriger Mienen kaum offenen zu Tage getragen werden, ein schallendes „Grüß Gott“ wirkt da ebenso deplaziert wie ein warmes „Auf Wiedersehen“. Gut dass man die Rechnungen per Post schicken kann, sich immer der Gefahr bewusst, hierfür wegen seelischer Grausamkeit verklagt zu werden. Ja, vor den Leichenschmaus hat der Liebe Gott und die kommunale Gemeinde das Bestattergespräch mit den Angehörigen gesetzt. Ein therapeutisches Wagnis für beide Parteien, eine Gratwanderung zwischen einem Quantum Trost und 10% Gewinnspanne, Taschentücher inklusive. Aber es ist wahrlich an so vieles zu denken. Allein die Grundsatzfrage „Einäschern oder Verwesen lassen“ hält Wunden offen und lässt Gefühlen freien Lauf, hier heißt es für den Bestatter Humor bewahren, den es bei der Herrichtung der Verstorbenen zu verbrauchen gilt. Kein dankbares Geschäft, der Letzte zu sein, der sich am Verblichenen noch mal die Hand abwischt. Doch dann sind da auch noch die Nachlassverwalter, meist angeheiratete Angehörige, die seit Jahren den Tag herbei sehnen, sich der Altlast des Erblassers zu entledigen und ein Auge darauf haben, dass das notwendige Übel der Bestattung nicht unnötig das Erbe schmälert. Zu guter Letzt gibt es noch die, die vorbereitet sein wollen und sich zu Lebzeiten um Grab und Prozedere kümmern, bestenfalls in Begleitung des zu Versterbenden. Für deren Fragen stehen Blog und Verfasser bereit und bleiben keine Antwort schuldig, egal ob es sich um die Rasur verstorbener Frauenbeine oder den Verbleib zu Tode geherzter Haustiere dreht.
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von Dada bis Gaga
November 9, 2008
Wo Einsamkeit die Worte prägt,
und Leser seltne Gäste sind,
ein Dichter meist im Regen steht
und Lyrik aus dem Himmel rinnt.
Dieses fragwürdige Meisterwerk würde auf dem hier vorzustellenden Lyrik Blog vermutlich nicht oder wenn, dann „unter ferner liefen“ abgelegt werden. Lyrik und Prosa von Dada bis Gaga spannt jedoch einen weiten Bogen für Wortflechtereien aller Art und lässt Raum für das Nischenprodukt „Gedicht“. In einer Zeit, wo Gedichte höchstens noch in zweizeiligen Werbeslogans Verwendung finden, ein mutiges Projekt, nicht nur für Träumer und Romantiker. Wortkaskaden und Gedankenrinnsale, Reimeruptionen oder abstrakte Sinngebilde schaffen virtuelle Welten von Vier- und Mehrzeilern, ergänzt um manche Geschichte aus der Welt von Fantasie und trauriger Erinnerung. Humor und Melancholie sind die Säulen heutiger Reimkunst und lassen Raum, wo sonst dichtgedrängte Worthülsen das freie Denken erdrücken. Banales wird zur Kleinkunst, bei der die Schwierigkeit in der Weglassung besteht. Das Leben als Stichwortgeber ist in sämtlichen Zeilen der Wortverflechterin spür- und erlebbar. Keine Selbstverständlichkeit in einem Alltag, in dem Satire zum Zynismus mutiert und filigrane Lyrikweben von der Flut an unnötig Geschriebenem zerfetzt werden. Sensibel und dennoch laut, aufmerksam und dennoch bescheiden, verrückt und dennoch wahr kommen die Texte daher, verwischen die Eindrücke vom Hier und Jetzt mit den Erinnerung an eine Zeit, in der Gefühl und Lyrik noch verwandt waren. Doch herausgefordert durch Quergedanken und dadaistische Neologismen gibt sich mancher Text kämpferisch und wird zur Herausforderung für die kleinen grauen Zellen, deren Gedankensplitter gleich Schrapnellen Wunden hinterlassen, Narben, die in Erinnerung bleiben.
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Shit Happens!
November 3, 2008
Loriot meets die Moderne. Das wäre eine alternative Überschrift eines Artikels über den Meister des Zeichenstifts, Ralph Ruthe und seine kartoffelnasigen Unglückraben, die tagein tagaus in des Lebens Hundehaufen treten, um die übrige Welt intelligent und scharfzüngig zu unterhalten. Kaum ein Toonblog hat so viele Zuschauer, Bewerter und Fans, wie das virtuelle Zeichenbrett Herrn Ruthes auf der heutigen Linkempfehlung. Die Welt kommuniziert und Ralph Ruthe leiht dieser seine Stimme, seien es sprechende Eichhörnchen, Bäume oder das Triumvirat aus Koalabär, Nashorn und Giraffe. Wer sich jetzt ungläubig die Augen reibt und fragt, wer ist den Ralph Ruthe, dürfte nie MAD Heft oder Käpt’n Blaubär Leser gewesen sein. Denn dort hat Herr Ruthe bleibende Spuren hinterlassen und sich Ruhm, Ehre und Millionen von Hoffnungen erarbeitet. Genial direkt und dem Volk aufs Maul geschaut führt er durchs Programm seiner alltäglichen Misslichkeiten auf dem Weg zwischen Wiege und Bahre. Menschliche Schwächen sind ihm ebenso wenig fremd wie tierische Unzulänglichkeiten und Pannen, die die Welt unterhalten. Diverse Internetpräsenzen (z.B. die Frühreifen) unterstreichen das Portfolio dieses Ausnahmetalents und blieben nicht unbemerkt. Von 2005 bis 2008 erhielt er viermal hintereinander für SHIT HAPPENS den Sondermann-Preis der Frankfurter Buchmesse in der Kategorie „Cartoon“. 2008 gewann er mit dem Animationsfilm „Walk the dog“ den 1. Preis beim Berliner Kurzfilmfestival „Going Underground 7″. Ehrungen machen nicht satt, also geht auf seine Seite, lasst euch inspirieren, amüsieren und motivieren, seine diversen Bücher und Cartoons käuflich zu erwerben. Das freut Zeichner und Familienvater, denn Applaus ist das Brot des Künstlers, doch Buchhonorare helfen zu überleben als Autor, Musiker, Filmemacher und Cartoonist. Aus urheberrechtlichen Gründen wurde vom Abdruck eines Ruthe-Comics hier abgesehen, aber folgender Link wird euch die Augen öffnen und das Zwerchfell zurück ins Leben holen.
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