Fickfresse mit Niveau
August 25, 2008
Wer Köln nicht mag, ist auf der heutigen Blogempfehlung goldrichtig und wird sich mit dem V.i.S.d.P. der Seite auf einer Wellenlänge befinden. Vermutlich auch bei Themen wie den Ausschlussbegriffen „Deutschland und Bildung“ oder „vaginale Blinddarmentfernung“, womit der auf meinem Blog meist gesuchte Begriff „Vagina“ trafficsicher platziert ist. Was unter der Rubrik „Niveau!Los!“ gepostet ist, liest sich nicht nur mit Gewinn, sondern unterhält weit über der liebenswerten Tiefstapelei des Blogtitels. In loser Folge werden die kleinen Ecken und Kanten des Alltags abgerundet und lassen Spielraum für den Humor, den man in einer Welt vom Tiefgang einer Frau Ypsilanti schmerzlich vermisst. Es verbietet sich in dieser Blogvorstellungskolumne, eigene satirische Querschläge zu verstecken, zu pointiert, amüsant und detailgenau stehen die einzelnen Beiträge meines heutigen Links für sich und lassen keinen Platz eigener Profilierungssucht. Als Motto über den meisten Beiträgen könnte stehen: Nichts ist komischer als die Realität, bedenkt man allein die Kluft zwischen einem naiven Kinderberufswunsch und der Stufe, die Busfahrer auf der Beliebtheitsskala deutscher Berufsbilder einnehmen. Da braucht es kaum noch ergänzender Worte, so man selbst dem täglichen Horror einer Busfahrt im Berufsverkehr ausgesetzt ist. Aber auch politischer Alltag treibt Otto Normalblogger manche Träne ins Auge und schärft die Bleistiftspitze, wenn es darum geht, der Links-Rechts-Verblödung auf die Spur zu kommen und sich zur ersten Stasi-Kneipe Berlins zu äußern. Stattdessen schlägt das Herz für Minderheiten, seien es deutsche Olympiasieger im Synchronspringen oder Hitlers Friseur. Langer philosophischer Traktate über die transzendentale Welt im Allgemeinen und den Sinn des Lebens im Besonderen müde, kommt mein aktueller Lieblingsblogger mit 3 Zeilen aus, die mehr sagen als tausend Stunden Einbürgerungstest:
Mein Gegenüber geht an sein Handy und brüllt:
“Isch bin Hauptbahnhof, Alta!
Isch bin Feierabend!
Isch bin Resturlaub, Junge!”
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die Pampers Connection
August 22, 2008
wo ist sie hin die gute alte Zeit, als die Kleinen einem noch süß ihre Ärmchen aus dem Kinderbett entgegenstreckten und das abendliche Baden der Seeschlacht von Trafalgar glich. Kaum krabbelten sie noch von Steckdose zu Steckdose, zogen an Topfhenkeln mit kochendem Wasser und kannten nur den Weg mit dem Kopf durch die Wand, ziehen sie heute zum Studieren um die halbe Welt und schicken gelegentlich Emails, denn Postkarten sind out. Wohl dem, der die wackligen ersten Kinderschrittchen bloggte und für die interessierte Nachwelt erhielt, so es denn eine gibt. Zum Glück scharren sich um diese Heile-Welt-Familien-Blogs zahlreiche andere Gesprächsgruppenbetroffene, die Mitgefangene der unumkehrbaren Lebensplanung suchen, oder denen die eigenen Fratzen über den Kopf wachsen. Ein Kreis von Halbtagsmüttern, die sich zum Rezepte- und Erziehungstippstauschen nicht mehr in einem Café um die Ecke treffen, sondern sich gegenseitig im Beschreiben ihres Familienalltags überbieten, was den anderen halben Tag kosten dürfte und den Traffic in die Höhe treibt. Schön für die Cafébesucher, denen das virtuose Krabbelkindergruppengeschrei so erspart bleibt. Die hohen Trafficraten dieser Leon, Nelly oder Bastian Blogs zeigen, dass der Communitygedanke im sozialen Netzwerk der Blogosphäre funktioniert und Freundschaften über den Lätzchenrand hinaus möglich sind. Es gibt noch mehr wie mich, wird sich manche der ans Gitterbett geketteten Erziehungsmaschinen denken und fröhlich mitlesen, wie sich auch andere Wunderkinder in Supermärkten auf den Boden werfen oder Nachbars Katze den Schwanz anzünden. Geteiltes Leid schafft Gemeinsamkeit und belohnt für die 18 Jahre Opfer, die manche Bloggerin gleich zwei oder dreimal daheim ums Kanapee rennen hat. Und die Zeit vergeht. Doch mit der Rückkehr des nächtlichen Schlafes gehen die Erinnerungen an die ersten Schritte, Worte und den ins Klo gespülten Generalsschlüssel der 70 Parteienwohnanlage verloren, so dass manches Mutter- oder Vaterwesen gern mal in den Archiven der zahllosen „Ich blogge von der Geburt bis zum ersten Schultag“ Tagebücher stöbern wird, wenn die Abende wieder still und voller Freizeit sind, mit der man aber nach fast zwei Jahrzehnten nichts mehr anzufangen weiß.
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Schienenersatzverkehr
August 19, 2008
Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, solange man nicht mit der Bahn ans Meer zu reisen gedenkt, denn dann endet der Urlaub, bevor die Erholung beginnt. Bahnfahren als das Martyrium der Moderne, ein schmiedeeisernes Relikt in Zeiten von Glasfaser, Hightech und Bitraten für den Informationshighway, der spätestens im Großgruppenabteil bei 60 Stundenkilometern auf Höhe Würzburg im Funkloch endet, so man denn überhaupt einen Sitzplatz ergattert. Selbige sind kaum mit Gold zu bezahlen, nicht weil sie so selten, sondern so gewinnträchtig künftigen Aktionären angepriesen werden müssen. Die neue Volksaktie droht. Mit ihr die bewährte Pleite Marke Telekom oder Borussia Dortmund. Wem Bahnfahren in Zeiten von Benzinpreisexplosion und Lkw-Maut noch immer zu teuer ist, kann ja mit seinem künftigen Aktienanteil dafür sorgen, dass das auch so bleibt und einen weiteren Bereich der Daseinsvorsorge damit beerdigen. Mehr Wettbewerb für bessere Preise hat ja beim Strom Dank absprachefreudiger Energieunternehmen schon ganz gut geklappt, wie wird das erst ganz ohne Konkurrenz, bleibt doch das Schienennetz beim Börsengang in steuerbewährter staatlicher Hand. Das hilft Geld sparen, wenn auch die Nichtbahnfahrer Dank üppiger Staatsquote in die Solidargemeinschaft „Bezahlt Bahn“ aufgenommen werden und mit ihrem Steuerbeitrag für die Instandhaltung bereits mit Steuermitteln gekaufter Gleise sorgen. Nötiger Freiraum für die Aktionäre, denen damit eine marktfähige Rendite garantiert werden kann, ähnlich der Post Aktie, deren Pensionsrückstellungen sich aus vergleichbaren Gründen auf der Habenseite der Bilanz wiederfanden bis dereinst die Pensionierungswelle anrollt. Gut dem, der dann weit weg in einem Bahnabteil mit seinem bei Ebay ersteigerten OnewayTicket die Republik bereist und kein Geld für Aktien hatte. Doch Bahnfahren ist nicht nur schlecht, es ist auch furchtbar. Zumindest für das Opfer zahlenbasierter Misswirtschaft, nämlich die Pendler. Ein Klagelied auf diese bedauernswerte Randgruppe der heutigen Mobilgesellschaft anzustoßen, hieße Eulen nach Athen zu tragen, am besten mit den von der künftigen Bahn AG zu kaufenden Logistikunternehmen. Dafür tingeln die Herren Mehdorn und Sack (Finanzvorstand) gern mal durch Asien, wo kollektive Massenpendlerhaltung und organisiertes Befüllen bereits überquellender Wagons zum Alltag gehören. Vorteilhaft, dass eine solche Reise per Flugzeug zu absolvieren war, auf dem Weg von München nach Kiel wäre das vermutlich schief gegangen, so denn der ICE über Nürnberg hätte fahren müssen, weil sich wieder einmal Kühe auf den Gleisen befanden oder eine Signalstörung Deutschland lahm legt.
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Höher, weiter, schneller
August 16, 2008
soweit es die körperfremden Substanzen, made in China, zulassen. Dank eines innovativen Beschränkens medizinisch möglicher auf absolut notwendige Nachweisverfahren durch das IOC bleibt der Sport und vor allem die Atmosphäre zum Gastgeber sauber, denn China boomt und mit ihm sämtliche Sponsoren der 29. Olympiade in einem Land von Bruderkuss und Rückenschuss. Wer hier Schlimmes denkt, hat die chinesische Seele nicht verstanden und die Gier des IOC unterschätzt. Lächeln, nicken und sich verbeugen, das sind die staatlich geförderten Tugenden und olympischen Disziplinen der Zukunft, für die China auch ohne Doping Gold gewinnen würde. Doch das ist ja gar nicht nötig, solange es auch mit alten asiatischen Heilkräutern von Bayer Chemie und Co funktioniert. Doch Kritik ist fehl am Platz. Sind wir nicht alle ein wenig China, Freunde von Glückskeks und Wantansuppe, Nr. 55 oder Ente süßsauer? Sei der Medaillenregen dem Gastgeber der grünen Spiele gegönnt, dem Ausrüster unserer Kinderzimmer, Lieferant von Mopedersatzteilen oder Generikamedikamenten noch vor Ablauf des Patentschutzes westlicher Pharmafirmen. Ohne China liefen wir nackt herum und hätten viel weniger Freizeit, weil Arbeit. Es ist der Lohn für gefühlte 100 Jahre kommunistischer Diktatur, in der der Einzelne für ein Kollektiv siegt und nicht für schnöden Ruhm und Mammon westlicher Dekadenz. Das kennt man noch von Russland, deren Rückkehr zur festen Hand Putins für diese Spiele und Goldmedaillen zu spät kam. Dass es auch anders geht, beweisen die USA mit ihrem Anti-Doping-Maskottchen Michael Phelps, der nach dem Motto „so lange man niemanden erwischt, ist er unschuldig“ zum medizinischen Wunder der Spiele wird. Einzelne behaupten sogar, er kann übers Wasser laufen und denken über eine neue Religion nach. Doch soll der Mehrzahl an Sportlern nicht Unrecht getan werden. Wer heute siegen möchte, muss früh anfangen. So turnen für China schon 10 Jährige, die statt Wachstums fördernder Substanzen einen gefälschten Pass erhalten, damit das IOC mit seiner kleinlichen Beschränkung auf ein Mindestalter von 16 beruhigt ist. So auch die Medien, die sich in der von China vorgegebenen Toleranzbreite ihr Feigenblatt an gehüstelter Kritik umhängen und damit ihren Beitrag zur geistigen Sauberkeit der Olympiade leisten. Danke.
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Frauenquote
August 13, 2008
Mädchen haben es schwer. Sie müssen sich nicht nur von all ihren Geschlechtergenossinnen abheben, sondern auch noch gegen die gefühlte männliche Mehrheit der Weltbevölkerung durchsetzen. Eine Trutzburg aus Haaren, großen Füßen und Achselschweiß, zu nichts nutze als jeden Samstag das Auto im Hof zu waschen oder beim Fußballschauen die Bierflasche mit den Zähnen zu öffnen. Wie viel besser wäre da die Welt, läge sie in manikürter weiblicher Hand. So der Traum einzelner, deren Mehrheit schwindet und der Ton entsprechend an Schärfe zunimmt, wenn sich man(n) auf verbotenes Terrain wagt und gezogene Grenzen, ach was Burggräben versehentlich überschreitet, in dem er ihr die Tür aufhält oder in den Mantel zu helfen versucht. Fehler das. Jahrhunderte des durchlittenen Patriarchats prägen und schärfen die Sinne für die gedankenlose Unterdrückung weiblicher Rechte, wo eine Quote nicht greift. Stichwort Karriereknick, wenn männlicher Samen den weiblichen Körper dominiert und die Weltherrschaft von Bambiaugen und Hüftschwung verhindert. „Meine Vagina gehört mir.“ schallt es folgerichtig aus Feng Shui genormten europäischen Schlafzimmern und gibt der Besuchercouch eine neue Daseinsberechtigung. Wenn Liebesentzug, so es ein Mann überhaupt in die intime Nähe einer der aufrechten Soufragetten schafft, nicht ausreicht, muss die Feministinnen-Partei her. Doch wo Mehrheiten finden? Wie schön waren doch die Zeit, als frau noch für alles kämpfen konnte, was sie der Männerwelt neidete, seien es Hosen tragen, Zigarette rauchen oder 2 Gramm Stoff zur Bademode zu erklären. Mit der Zunahme der Beinlänge männlicher Badebekleidung schrumpfte der Abstand zwischen Mann und Frau und die Ziele wurden rarer. Frauen dürfen nach 18 Uhr auf die Straße, wurde auch schon in Lokalen ohne männliche Bekleidung gesichtet, dürfen Kleinkinder auch ein mal der väterlichen Sorge überlassen und angeblich andere Frauen in aller Öffentlichkeit küssen. Nur das mit dem Wahlrecht war wohl ein Fehler, denn wenn sich frau innerhalb von 5 Minuten unter mehr als 3 Kandidaten entscheiden muss und es kein Rückgaberecht nach einmaligem Tragen auf dem Presseball gibt, artet das in Stress aus. Da helfen dann weder Räucherstäbchen noch Tantrajoga, rechtsdrehender Magerjoghurt oder Powerwalking mit anschließendem Bäumeumarmen. Stattdessen greift die moderne Frau zu Erdbeereis mit Pommes, leert den Kühlschrank, liest einen Artikel über Essstörung im Szenemagazin „Mitgliedlose“ und flucht auf die maskuline Dominanz, die sie zwingt, ihren Körper für Jugend und Schlankheitswahn versklaven zu müssen. Für all diese Entrechteten und Geknechteten sei der heutige Bloglink empfohlen, wo sich Bürger- und Personinnen zum Kleingruppen-Matriarchat treffen, solange nicht eine von denen das gleiche Kleid wie die andere trägt.
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s. aber auch den Rest vom Reisetagebuch “Tourismus 2.0“
die zensierten Spiele
August 10, 2008
Wer kennt sie nicht, die Große Mauer, die China einst von der Mongolei trennte und damit auch den Kontakt zur Außenwelt abschnitt. Sie steht noch immer und was ihr heute anlässlich der 29. Olympischen Spiele an Ziegeln fehlt, wird virtuell ergänzt um eine kommunistische Firewall, welche Maos Erbe nach innen vor zu viel freien Gedanken des westlichen Sodoms schützt. So wird die „Verbotene Stadt“ als Wahrzeichen Pekings zum Symbol für ein ganzes Land, in dem Kritik als nationale Beleidigung empfunden wird und bei abgeschaltetem Internet schnell zum Eintrag in das Tibetanische Totenbuch führen kann. Nur so lassen sich Erfolge garantieren und der Welt größte Volksgruppe im Zaum halten. Anders die lästigen Olympia-Mitbewerber, deren man sich in diesem Jahr noch nicht durch die Androhung eines kollektiven Emporhüpfens von 1,3 Milliarden Chinesen erwehren konnte. Doch die Zeit arbeitet für den dicken gelben Mann und seine zahlreichen Nachkommen. Noch finden die High-Tech-Spiele in bunter Artenvielfalt unter braun-grauem Wasserdampf (chinesisch für Smog) und energetisch aufwendig illuminiert in modernstem Ambiente statt, wo sich einst Gebetsmühlen in Graureiher-Pagoden zu Räucherstab und Wasserspiel drehten und nun für die Grünen Spiele 1,5 Millionen Menschen zwangsumgesiedelt wurden. Chinas Start ins 21. Jahrhundert ist die zweite Kulturrevolution und damit die einzige Kopie, deren Original aus dem eigenen Land kommt. Dass die Sportler bei einem perfekt ausgestalteten Terminplan keine Zeit für Stadtbummel und Sightseeing haben, ist daher kein wirklicher Verlust, längst beschränken sich die historischen Wurzeln der Stadt auf den traditionellen Buddha im Eingang eines jeden chinesischen Restaurants, deren neuste Spezialität „Peking-Ente im Vogelnest“ ist. Wer mehr möchte, kann ja nach Lhasa fliegen. Für alle anderen berichten gleichgeschaltete Medien über die per Dekret angeordneten Goldmedaillen für einheimische Gladiatoren. Ein 40 Milliarden Spektakel, um Chinas Fackellauf durch eine protestierende Welt von 204 teilnehmenden Nationen hinauf auf den Mount Everest und hinab in die Niederungen politischer Diplomatie vergessen zu machen. Bleibt zu hoffen, dass das olympische Motto „Eine Welt, ein Traum“ bald Wirklichkeit wird und die Welt aus dem (Alp)Traum China aufwacht.
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Home Improvement
August 7, 2008
Wer jemals einen original japanischen Flurschrank mit Hilfe der beiliegenden, ins Englische übersetzen Bedienungsanleitung versucht hat aufzubauen, weiß, wieso Japaner Tamagotschis erfunden haben. Die passen in die Hosentasche. „Die Einführung dem Gelenk in der Seite die Tür bitte.“ Ja, so kann man die Schrankwände sicher am Scharnier befestigen. Alternativ empfiehlt es sich, ein Meister in schlecht kopierter Piktogrammentzifferung zu sein, Archäologen sind da klar im Vorteil. Der angepriesene metallfreie und damit energetisch allen Feng Shui Ansprüchen genügende Schuh- und Wintermantelschrein wird nun dank einiger nicht mitgelieferter Nägel in Rückwand und Seitenteile zusammengehalten und führt japanische Steckkunst ad absurdum. Dafür sind die Holzmalereien auf der Vorderfront recht hübsch und sicher von indischen Kinderhänden in hoher Stückzahl fabriziert, doch von irgendwas müssen die ja auch leben. Handwerklich waren vermutlich Erstellung und Aufbau des Schrankes eine vergleichbare Herausforderung, allerdings spüre ich eher die Mühen tausendjähriger Schreinerkunst als denn deren Fähigkeiten in mir. Ob nun zweiter Bildungsweg oder Baumschule, die wahren Talente offenbaren sich im täglichen Tun oder, wie in meinem Fall, dem Lassen von praktischen Dingen, egal, ob es ein Verständnis für gelb-blaue Einrichtungsgegenstände eines schwedischen Möbellieferanten oder die Verhinderung eines atomaren Super-Gaus durch das Bedienen eines Donut-Automaten ist. Doof aber praktisch, das allein zählt. Deshalb haben in den Firmen auch die Hausmeister, und nicht oberste Militärs den Generalschlüssel. Das sollte uns zu denken geben. Weniger Gedanken sollte man sich hingegen über das Phänomen der wundersamen Kleinteilevermehrung machen, die jeder kennt, der jemals einen komplexen, das heißt aus mehr als 3 Teilen bestehenden Gegenstand auseinander und wieder zusammengebaut hat. Egal ob es der Roller der Freundin, die Kaffeemaschine der Kollegen oder die goldene Uhr des Ex-Erbonkels war, das Ganze muss mehr als die Summe seiner Teile sein, blieb doch in aller Regel mindestens eine Schraube übrig. Zumindest spart das den Gang ins heilige Mekka der do-ityourself Bewegung, dem Baumarkt. Dem Treiben dort sollte sich ein anderer Blog widmen, ich muss jetzt erstmal mit einem 5er Imbus die Spreizklemme an die Vertikalnut des 12 inch Gewindes anflanschen.
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Nerdy Berdy Beetlebum
August 4, 2008
Letztens stand ich in der PC Spiele Abteilung eines namhaften Technik Anbieters und bedauerte, dass die Retrowelle dort noch nicht angeschwappt ist, hätte ich mich doch über eine windows-XP spielbare Version von Monkey Island oder Day of the Tentacle gefreut. Meine Freundin sah das ganz anders und meinte, man könne bei diesem Wetter gern auch mal vor die Tür gehen statt die ollen Kamellen am PC zu spielen…
Ja, das Zusammenleben zweier Menschen gestaltet sich, wie wir spätestens seit Loriot wissen, manchmal launiger als man denkt. Wobei ich hier nicht zwischen den Launen auf der Sonnenseite des Lebens stehender Jungs und deren Freundinnen unterscheiden möchte. Nein, ganz Alltägliches wird zum Parkour partnerschaftlicher Kommunikation, voller Bilder und Allegorien, so man diesen Alltag denn zeichnet und der Welt damit das zurück gibt, was ihr am meisten fehlt, Humor. Grundpfeiler dieser Humorattacke sind Beobachtungsgabe und gespitzter Bleistift (Tusche? Schnauze!). Aber auch ein Ego, dem es genügt, auf eine Handvoll Striche reduziert zu werden. BEETLEBUM, oder von Freunden auch liebevoll Johannes Kretschmar genannt, hat damit kein Problem und hält sich mehrmals die Woche selbst den Spiegel vor und gibt uns was zum „Gugg’n“. Manchem wird dabei auch auffallen, dass es fast noch mehr zum Denken gibt, doch das ist bereits Level 2 des „look and laugh“ Comicgames im Zeichen des Totenkopfes.
Dabei sind es die Alltäglichkeiten, die den zweiten Blick lohnen und belohnen für die Zeit, die man sich diesem toonblog widmet. „Ja, das kenn ich.“, möchte man manchem Tagebucheintrag entgegen rufen und fühlt sich ähnlich vertraut, wie bei der Suche nach LeChuck oder der Weltherrschaft violetter Tintenfischmutanten.
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Die X Akten
August 1, 2008
Para-News: Frau fühlte sich von kleinen grünen Männchen verfolgt und lief daher bei Rot über den Fußgängerüberweg. Tod.
Wer davon nun den Beweis für die Gefahr aus dem All ableitet und sich im Kornkreis seines Gartens versteckt, hat die Rechnung ohne Nessi im Teich und den Yeti hinten in der Scheune gemacht, denn die wahre Gefahr lauert zuhause, hinter einer Glas- oder LCD Scheibe. Ja Fernsehen schadet, fast ebenso wie der ungebremste Internetkonsum, auch wenn es in beiden Fällen von der Auswahl abhängen soll. Doch hier beginnen bereits die unerklärlichen Phänomene des Alltags, die persönlichen X Akten voller Irrungen und Wirrungen und medialem Wahnsinn bei der Infoflut, die es zu beherrschen gilt, hätte man denn die Auswahl. Tatsächlich treiben uns morphogenetische Felder vor sich her, wabern durch unser Gehirn und funken auf Frequenzen, von denen wir nachts Alp träumen. Trunken ob solcher Interferenzen suchen wir nicht mehr nach Informationen, sondern werden gefunden von Sprechblasen und Comicstrips, die alle ein Ziel haben, zu verhindern, dass wir hinter die Wahrheit unserer Existenz kommen. Die Antwort auf alle Fragen unseres Hier und Jetzt, dem Woher und Wohin und Warum ist nicht 42, sondern die Summe aller Informationen, die uns vorenthalten werden. Um diese Lücke nicht zu groß werden zu lassen, brennen in schöner Regelmäßigkeit aller paar Jahrhunderte die großen Bibliotheken der Welt und leeren den Wissens-Cache der Menschheit. Deshalb bestimmt auch Grundlagenforschung und nicht Wissenszuwachs unser Weltbild und definiert, was wahr ist und was nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Spezialisierung statt crossdisziplinäre Forschung. Auch so kann man die Welt vor grünen Männchen schützen, denn wer nicht hinschaut, kann auch nicht gesehen werden oder hält sich an die Straßenverkehrsordnung.
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