Schalom und Servus

Juli 5, 2008

Eine späte Genugtuung muss das für manchen Spätgeborenen jüdischen Glaubens und erst recht für die Handvoll Zeitzeugen der bösen deutschen Vergangenheit gewesen sein, als der Kopf des Führers fiel. Hitlers spätes Ende schien manchem wünschenswerter als die feige, mutmaßliche Selbsttötung 45, auch wenn es sich unlängst nur um eine Wachsfigur in einer Berliner Ausstellung handelte. Wer sagt denn, dass sich nicht auch ein Wachs-Hitler 1945 in den Kopf schoss…auch das war in Berlin, der Kreis schließt sich. Viele Mitbürger jüdischen Glaubens allerdings werden andere Sorgen haben als einen 119 Jahre alten Despoten, der sich in die lange Reihe der Verfolger, Vernichter und Andersgläubigen einreiht, die das jüdische Volk seit dem Ausrutscher am Kreuz auf selbiges nageln wollen. Da wird bereits ein Techtelmechtel außerhalb der jüdischen Mischpoke zur Statusfrage und Lebenskrise, die Familien entzweit und manch stillen Antisemitismus in den Köpfen der Ausgegrenzten gebirt. Weder Milch noch Fleisch, was da ein braver Kipa-Träger so heimbringt und an den koscheren Mittagstisch setzt, zum Unmut seiner einst verfolgten Eltern, pardon Großeltern. Die schlagen heute zurück und erklären den Familienfrieden für beendet, wenn der fremde Smock ihre Kreise stört, vor allem, wenn es konvertierte Fremde sind, weil denen ist ganz besonders nicht zu trauen. So wie der Feind hinter jeder Ecke lauern kann, gut zu beobachten bei der Flughafenkontrolle ins gelobte Land, die eher einem illegalen Grenzübertritt im kalten Krieg ähnelt als einem Europa zugewandten Staatssystem, in dem heute noch Neue Testamente verbrannt werden, wie unlängst in der Kleinstadt Or Jehuda geschehen. Soviel Selbstbewusstsein nach 2000 Jahren Verfolgung, Missachtung und Auslöschung ist lobenswert und sollte Beispiel für all die Völker vorrangig islamischen Glaubens sein, die sich heute noch zurückgestellt und als Menschen zweiter Klasse betrachten. Wo Bücher brennen, gibt es überhaupt erst einmal Bücher und Menschen, die sie lesen können. Wenn das kein Anfang von etwas ist, was in wenigen Jahrhunderten die Tür zu Toleranz, Bildung und Völkerfreundschaft aufzustoßen vermag. Bis dahin verbleibt es jedem einzelnen, sich der jüdischen Gemeinde mit Wohlwollen, Verständnis und mancher Nachsicht zu nähern. Ein beredtes Zeugnis davon legt unsere heutige Bloggerin ab, die die Last und Freude trägt, nicht nur einen Juden zu lieben, sondern auch noch dessen Familie ertragen zu müssen.

Juden Blog

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2 Antworten zu “Schalom und Servus”

  1. Anna sagte

    Danke für den Backlink auf mein Blog, so sehe ich wenigstens, wie man meine Ausführungen zu einem innerjüdischen Problem auch lesen und komplett missverstehen kann.

  2. artwork sagte

    Keine Ursache, auch wenn kein Wort des Artikels eine tiefe Ernsthaftigkeit oder gar Anspruch auf eine Diskussionsbasis erhebt. Gemeinhin nennt man das Satire, und daran scheiden sich bekanntlich nicht nur Geister, sondern auch Menschen. Daher, kein persönlicher Angriff, sondern lediglich Aufhänger für Webtouristen, die so vielleicht auch mal auf Blogs kommen, die sie anders verpasst hätten.

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