die Löwenzahn Akte
Juni 23, 2008
Erinnern Sie sich noch an den 11. September 2001, den Freifahrtsschein der USA nach Afghanistan zum Bau der Pipelines, die später mit Irakischem Öl gefüllt werden sollten. Damals gingen noch ein paar Idealisten auf die Straße und verstörten den Freiheit gewohnten treuen Staatsbürger, für den die Amerikaner die Guten waren, die die Schokolade und Kaugummi nach dem Krieg nach Deutschland brachten und sich en passant mit Russland das Land aufteilten, nachdem die Roten die Nazis aus Berlin verjagt hatten. Ob sie es in Kabul oder Bagdad wieder mit BubbleGum und Ritter Sport versuchen, die Bevölkerung vor sich selbst zu retten? Zweifel bleiben, doch wehe dem, der diese laut ausspricht und noch schlechter, wer das unrasiert tut. Dann stehen Staatsschutz, FBI, MI6 und RTL auf der Matte und begehren Zugang zu Führungszeugnis, Schufa und heimischem PC. Dort wartet bereits Schäuble als Bildschirmschoner und liest mit. Die ersten Gesetzesentwürfe für den fest installierten Staatsinformationschip in jedem neuen PC, Toaster und Nachttischlampe kursieren im Parlament, man weiß ja nie, wo die gefahrvollen Terrorgedanken laut ausgesprochen werden. Wer dann noch frei verfügbares Bildmaterial aus dem afghanischen Bergland auf seiner Internetseite präsentiert, genießt schneller staatliche Vollversorgung als man „Bin Laden“ buchstabieren kann. Die einzige Freiheit, die man dann noch hat, ist der morgendliche Hofgang, vorausgesetzt, es verschlägt einen nicht ans andere Ende der demokratischen Zivilisation, nach Guantanamo. Hier enden Terror und die Willkür beginnt, im Namen von Volk, Freiheit und Weltwirtschaft. Damit das alles aber nicht die Träume unserer Kinder verdunkelt, helfen Plastiktüten voller Waschmittel, Zahnpasta und Kontaktlinsenflüssigkeit auf Flugreisen und freiwillige Fingerabdrücke im Pass. Und wer die nicht aufnehmen lässt, hat sicher was zu verbergen und gehört weggesperrt. So klar kann man die Grenzen zwischen gut und böse, schwarz und weiß, CDU Wähler und arabischem Terrorist ziehen. Einfacher als uns Peter Lustig die Welt erklären kann. Doch hat der nicht immer ne Latzhose an? Latzhosenträger wählen grün und grün ist multikulti und multikulti kommt aus Afghanistan, ergo ist Peter Lustig eine Gefahr und sein Wohnwagen gehört überwacht. Ja, die Welt kann so einfach sein.
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