Urlaubszeit
Juni 29, 2008
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Zumeist was alles nicht geklappt hat, angefangen vom Stau kurz hinter der Garage bis knapp vors Wienerwaldrestaurant in Trient. Dann das Quartier, 4 italienische Sterne, Standard Besenkammer für Selbstversorger mit Haustieren. Die allerdings können krabbeln und fliegen, lassen sich aber nur ungern an die Leine legen. Der Herbergsvater war Mussolinis Nachbar und lacht heute noch über dieses Weichei. Ab 6 Uhr morgens wird zurück geschossen, zumindest vom neben der Feriensiedlung gelegenen Stahlwerk, das mit der 6 spurigen Autobahn oberhalb des Wohnbungalows verbunden ist. Gute Anbindung stand auch im Katalog. Mit der Suche nach dem Strand beginnt das eigentliche Abenteuer des Urlaubs. Baustellentrekking und Nordic Walking entlang der Sondermülldeponie vorbei an früheren Wäldchen, Seen und praller Natur. Aus einer Zeit, als die Prospekte gedruckt wurden. Wer gern unter Menschen ist und Nähe auch in überfüllten UBahnen ohne Klimaanlage liebt, fand hier das Paradies auf einem Streifen von 10 Metern ehemaligen Strandes vor einer dank der Industrieabwassereinleitung 36 Grad warmen Adria. Eine farbenfrohe Landschaft versprach das Prospekt und muss die Handtücher gemeint haben, die den Sandstreifen vollständig vor zu starker Sonneneinstrahlung schützten, selbst geschützt durch ungeschützt liegende Körper weißer und wohlbeleibter Urlauber, die man noch vom letzten Jahr her kennt. Da schafft mancher im selben Werk, aber es ist auch schön ein wenig Heimat vorzufinden. Wer in einem all inklusive Hotel unterkommt, ist da schon privilegiert und berichtet meist, wie peinlich wieder die Deutschen alle Poolplätze mit Handtüchern belegt hatten, so dass man selbst nicht wusste, wohin man sein Hotelbademantel vorm Frühstück legen sollte. Die Stimmung ist ausgelassen, mal gewinnen die ortsansässigen Italiener, mal die Jungs aus Castrop-Rauxel. 2 Wochen sind lang genug, um Prellung und Blutergüsse wieder heilen zu lassen. Manche Zahnlücke bleibt Reiseerinnerung, die aufkommt, wenn man sich mit seinem Strandnachbarn im heimischen Reihenhausgartenstreifen die Fotos des gemeinsamen Sommers anschaut und im Kalender fürs nächste Jahr sicherheitshalber schon mal 2 Woche im August blockt.
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Teufelskreis
Juni 26, 2008
War das ein Herzaussetzer? Oh Mann, ein Infarkt, kalter Schweiß. Wo ist ein Stuhl? Kein Wunder, 80 Stunden Woche und der Kantinenfraß. Zum Glück hat die Frau einen Liebhaber, sonst würde einen die eheliche Pflicht ins Grab bringen. Und jetzt fällt die Pumpe aus. Oder war es ein Stich in der Lunge, ein Karzinom? Tennisball groß und streut im ganzen Körper. Klar bei 30 Zigaretten am Tag und jeden Morgen und Abend im Stau, Straßendreck und Abgase, da kann es nur bergab gehen. Starb Onkel Manfred nicht an Lungenkrebs, oder wars die Prostata? Ja, Pinkeln dauert auch immer länger. Doch wer in meiner Position hat schon Zeit zum Arzt zu gehen, wo nur alte Weiber rumsitzen, denen es daheim zu fad ist. Verlierer. Braucht man beide Lungenflügel? Vermutlich droht ein Multiorganversagen, aber keiner trinkt Wasser bei all den Geschäftsessen und die Auftraggeber aus Fernost erwarten Männer, keine Pussies, da gehört Saufen zum Geschäftsabschluss. Mein Vater hat auch gesoffen und ist über 80 geworden, liegt in den Genen. Aber spricht das Gelb im Augapfel nicht für ein Leber- oder Nierenversagen? Sticht es nicht seit Wochen beim Pinkeln? Naja, aber immer nur Bio, joggen und gesund ist auch Mist. Mein Nachbar, Marathonläufer und Bergsteiger, ist auch schon tot, wurde letztens vom Auto überfahren. Sport wird also überschätzt. Wieder ein Aussetzer. Doch wenn ich ausfalle, geht’s mit der Firma bergab, haben doch alle keine Ahnung. Kein Wunder, wenn die mit so wenig Geld im Monat auskommen, Versager. Würden den Stress nie aushalten, wenn jeder an deinem Stuhl sägt und alle Frauen von einem erwarten, dass man ihnen den Hof macht. Aber wie es in einem ausschaut, interessiert die Blutsauger nicht. Ich liege hier und sterbe und die Mäuse tanzen auf dem Tisch. Aber die werden noch sehen, was sie an mir hatte. Übrigens, wie fühlt sich ein Schlaganfall an?
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die Löwenzahn Akte
Juni 23, 2008
Erinnern Sie sich noch an den 11. September 2001, den Freifahrtsschein der USA nach Afghanistan zum Bau der Pipelines, die später mit Irakischem Öl gefüllt werden sollten. Damals gingen noch ein paar Idealisten auf die Straße und verstörten den Freiheit gewohnten treuen Staatsbürger, für den die Amerikaner die Guten waren, die die Schokolade und Kaugummi nach dem Krieg nach Deutschland brachten und sich en passant mit Russland das Land aufteilten, nachdem die Roten die Nazis aus Berlin verjagt hatten. Ob sie es in Kabul oder Bagdad wieder mit BubbleGum und Ritter Sport versuchen, die Bevölkerung vor sich selbst zu retten? Zweifel bleiben, doch wehe dem, der diese laut ausspricht und noch schlechter, wer das unrasiert tut. Dann stehen Staatsschutz, FBI, MI6 und RTL auf der Matte und begehren Zugang zu Führungszeugnis, Schufa und heimischem PC. Dort wartet bereits Schäuble als Bildschirmschoner und liest mit. Die ersten Gesetzesentwürfe für den fest installierten Staatsinformationschip in jedem neuen PC, Toaster und Nachttischlampe kursieren im Parlament, man weiß ja nie, wo die gefahrvollen Terrorgedanken laut ausgesprochen werden. Wer dann noch frei verfügbares Bildmaterial aus dem afghanischen Bergland auf seiner Internetseite präsentiert, genießt schneller staatliche Vollversorgung als man „Bin Laden“ buchstabieren kann. Die einzige Freiheit, die man dann noch hat, ist der morgendliche Hofgang, vorausgesetzt, es verschlägt einen nicht ans andere Ende der demokratischen Zivilisation, nach Guantanamo. Hier enden Terror und die Willkür beginnt, im Namen von Volk, Freiheit und Weltwirtschaft. Damit das alles aber nicht die Träume unserer Kinder verdunkelt, helfen Plastiktüten voller Waschmittel, Zahnpasta und Kontaktlinsenflüssigkeit auf Flugreisen und freiwillige Fingerabdrücke im Pass. Und wer die nicht aufnehmen lässt, hat sicher was zu verbergen und gehört weggesperrt. So klar kann man die Grenzen zwischen gut und böse, schwarz und weiß, CDU Wähler und arabischem Terrorist ziehen. Einfacher als uns Peter Lustig die Welt erklären kann. Doch hat der nicht immer ne Latzhose an? Latzhosenträger wählen grün und grün ist multikulti und multikulti kommt aus Afghanistan, ergo ist Peter Lustig eine Gefahr und sein Wohnwagen gehört überwacht. Ja, die Welt kann so einfach sein.
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Schnutingers Tagebuch
Juni 20, 2008
Wenn kleine Mädchen zu malen beginnen, machen sie sich ganz viele Gedanken über die Farbe der Sonne und des Grases, ob der Schornstein auf dem Dach des windschiefen Häuschens raucht oder hübsche blaue Wolken bildet, solange der entsprechende Buntstift nicht gerade kaputt ist, sonst sind die Wolken eben rosa. Papa, Mama und der blöde kleine Bruder stehen in ungefährer Hausgröße herum und ähneln einem schweren Verkehrsunfall oder dem Versuch, außerirdisches Leben zu zeichnen. Sprechblasen fehlen meist noch und die Geschichte dahinter ist die Geschichte davor, die das kleine Mädchen in einer rote Flecken auf die Wangen zaubernden Geschwindigkeit hervorsprudelt, sich nicht um Syntax und Satzbau scherend. Wenn die kleinen Mädchen etwas älter werden, werden auch Strichführung und Sprechblase sorgfältiger und nach noch mal 5 cm Körperwuchs entdeckt der wache Betrachter erste Ansätze von Humor und verstecktem Schalk hinter den Kinderkritzeleien. Die Geschichten werden kompakter und setzen sich meist mit all dem täglichen Elend auseinander, das kleine Mädchen um Mittagschlaf und Schulspeisung bringen, denn wer isst, kann sich nicht so gut mit der besten Freundin unterhalten. Wer weniger Zeit in eine vorpubertäre Magersucht investiert oder keine beste Freundin hat, blogt seine bunte Welt und all die blau-rosa Wolken des Alltags. Große Mädchen machen das genauso und malen dazu muntere kleine Bildchen, die an die außerirdische Familie aus Kindertagen anknüpfen. Die Geschichten werden erwachsener und der Winkel der persönlichen Auseinandersetzung mit der Welt im Kleinen und Großen verbreitert sich. Doch auch wenn Taxifahrten zum Statussymbol und morgendliches Frühstück zur Existenzfrage werden, bleibt Pia, unsere heutige Blog-Gewinnerin, ihren kleinen Alter Egos aus der Krabbelgruppe und Kindergeburtstag treu, malt sie und haucht ihnen ein Leben ein, das ich manchen Kindern wünsche.
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Der Gomez Faktor
Juni 17, 2008
Da rollt er wieder, der Augapfel des Zuschauers, wenn er unsere Jungs der Nationalmannschaft dem EM-Ball hinterher laufen sieht. Bereits der Begriff „laufen“ ist so dehnbar wie die Zeit, die vergeht, bis es einem unserer Kicker einfällt, sich dem Gegner in den Weg zustellen. Da verkommt Manndeckung zum Trikottausch und der gemeinsamen Dusche nach dem Spiel, eigentlich überflüssig, wenn kein Schweiß fließt. Stattdessen stehen die Miezis sich gegenseitig im Weg, immer auf der Suche nach dem besten Platz, sich das Spiel live und aus nächster Nähe anzusehen. Schön, wie der Gegner sich bewegt, schön, welche Pässe möglich sind und wenn Flanken zum Tor führen, Applaus, eine kleine Verneigung zum Torschützen und der hehre Vorsatz, das auch mal zu können, wenn man groß ist. So staunen klein Michael und Basti (der allerdings außerhalb des Spielfeldes), was die Großen mit so nem Ball alles können und Mario hofft, nach dem Spiel ein Autogramm von Herrn Ronaldo zu bekommen, das große und um Jahre jüngere Vorbild, das unsere Jungs von der Playstation kennen. Ist aber auch eine selten dumme Idee, 90 Minuten einem Ball nachzulaufen, wenn im Training jeder einen hat und es viel lustiger ist, sich Nutella aufs Brot zu schmieren als bei Wind und Wetter den Clown für pfeifende Zuschauer zu geben. Zuschauer werden eh überschätzt, drum findet die EM ja auch in Österreich und der Schweiz statt, da passen erst gar nicht so viele von diesen eher störenden Kulissenheinis ins Stadion. Selbst unsere Bundestrainer sitzt dort, um sich das Elend auf dem Platz nicht länger vom Spielfeldrand aus ansehen zu müssen. Die Uefa allerdings begrüßt die deutsche Spielweise, werden doch so werbewirksame close-up’s möglich und Zeitlupen überflüssig, denn wenn das gefilmte Objekt steht, gibt’s auch keine verwackelten Bilder. Vermutlich haben die österreichischen Gastgeber ähnlich gedacht, als sie den Marketingslogan „Zu Gast bei Verlierern“ für die EM wählten, wissend, dass man Gäste wie die Deutschen nur mit Humor oder aber Schadenfreude erträgt. Ein kleiner Trost jedoch bleibt, denn der Deutsche fährt nach dem Spiel wieder nach Hause, die Wohnwagen des Titelanwärters hat Österreich noch Wochen auf Rast- und Campingplätzen, in Parkanlagen und Tiefgaragen, vor Feuerwehrzufahrten und Kindertagesstätten stehen. Drum ein Sieg für Oranje, denn jeder bekommt die Gäste, die er verdient.
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Psycho Logisches
Juni 14, 2008
Wenn Sie am Morgen das Ihnen unbekannte Gesicht im Badspiegel nicht waschen wollen, ist das noch kein Anzeichen für eine gespaltene Persönlichkeit. Auch das Engegefühl in der anschließenden UBahnfahrt muss kein Symptom für eine Agoraphobie sein, vermutlich fahren schlicht zu viele Personen mit. Auch dass Sie nicht jedem, der Ihnen auf der Straße entgegen kommt, in die Augen schauen, beweist noch kein soziophobes Verhalten, sondern beugt schlichter Reizüberflutung vor, gilt es doch die Schaufensterauslagen in den diversen Mobilfunkläden, Optiker- und Schuhgeschäften, Coffeeshops, Mobilfunkläden, Optiker- und Schuhgeschäften, Starbucks und Mobilfunkläden wahrzunehmen. Nicht zu vergessen, die Überschriften in den Tageszeitung der zahlreichen Aufsteller vor jeden zweiten Handyladen, Brillengeschäft oder Balzac-Kaffeehaus. Die jedoch nicht zu kaufen, ist keine anakastisch-sparsame Eigenschaft, sondern bloße Überlebensstrategie, denn das Lesen des Restes dieser Boulevardblätter würde wichtige Lebenszeit kosten. Sich im Büro auch einmal für etwas unzuständig zu erklären, kann konflikthaftes Beziehungsverhalten ahnen lassen, muss es aber nicht. Auch muss nicht jeder, der die Karriereleiter aufsteigen möchte, im aktuellen Vorgesetzen den zu ermordenden Vater sehen und Ödipus gleich mit seiner Mutter schlafen. Führt – außer in Russland – auch nicht jeder Mord am Chef zur entsprechenden Beförderung, hier hätte man besser seinen Freud gelesen. Die Folgen der sich regelmäßig anschließenden Inhaftierung stellen eine mit den eigenen Lebenszielen kollidierende Änderung der persönlichen Umweltbedingungen dar und legen den Grundstein für Ängste, Zwangshandlungen und Analfissuren. Sich daraus ergebendes Vermeidungsverhalten lässt den Angstkreislauf rotieren und lädt zu munteren affektiven Störungen, ortsnah Depression genannt, ein. Wie viel besser ist man da als Pauschaltourist in einem all inklusiv Club mit allabendlichem Buffet dran, wenn konditionierte Vorratshaltung neue Gipfelrekorde auf den Tellern vermelden lässt. Angstverhalten findet sich aber auch im täglichen Kampf gegen GEZ-Eintreiber, Zeugen Jehovas, Rotkreuzsammler, Vertreter fußgemalter Postkarten oder tätowierter Zeitungsabo-Anbieter, deren Verkaufserfolg die Bewährungszeit verkürzen hilft. Hier spart das Nichtöffnen der Tür manch lästiges Ausweichen und Konfabulieren. Für die übrigen von einer Persönlichkeitsstörung Betroffenen rate ich, das Ritzen einzustellen, den Kühlschrank wieder zu schließen und den anschließenden Link zur Selbsttherapie zu öffnen.
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halbe Portion
Juni 11, 2008
Jetzt ist es amtlich. Diäten haben Tagesschau-Niveau erreicht, zumindest geben sie das aktuelle Titelthema des Nachrichtenmagazins Focus her. Natürlich könnte das auch der Ausverkauf von Werten seitens der Focus-Redaktion sein, aber soweit will ich die Fakten, Fakten, Fakten nicht bemühen. Der Zeitgeist zwingt wohl dazu, Themen wie den Europa-Staatsvertrag von Lissabon oder den Einzug der NPD in die Kreistage Sachsens zurückzustellen. Nachrichten scheinen ob der schwindenden Halbwertszeit der Aktualität ihrer Inhalte mehr denn je überschätzt und abgenommen wird in Zeiten wie diesen freiwillig. Das war auch schon mal anders. Das anorektische Diktat der Next-Model-Contests zwingt heute nicht nur Gina-Lisa, sondern auch namhafte Zeitungen zu Kompromissen. Da muss man sich über den Focus nicht ärgern. Gilt es aktuell, Minenfelder der deutsch-polnischen Fußballfreundschaft zu umfahren, soll doch die Leserschaft zumindest einen knapp bemessenen Mehrwert durch den Erwerb des jeweiligen Fachmagazins erhalten, der über die bloße Abwechslung auf dem Toilettensitz hinaus geht. Da zählen Klassiker und Diäten haben Konjunktur kurz vor der Sommerpause. Diese wird dann durch den Hinweis der deutschen Dermatologen-Vereinigung unterbrochen, dass Sonnenbäder und unbekleidete Aufenthalte im Freien das Krebsrisiko in tschernobylhafte Dimensionen steigern. Eine gute Ausrede für jene, die es fahrlässig versäumten, sich die Diät-Frühlingsausgabe des Focus zu besorgen und nun den Verzicht auf ein Liegen am See nicht mit 20 kg zuviel, sondern dem Selbstschutz vor malignen Melanomen begründen können. Damit diese Ausrede diesen Sommer unnötig wird, lohnt ein Klick auf den hier angeführten Blog zum Abnehmen mit Konzept, Strategie und Gottvertrauen. Für alle anderen empfehle ich: Fresst weniger und bewegt Euch.
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politically Incorrect
Juni 8, 2008
In Deutschland herrscht Vermummungsverbot. In ganz Deutschland? Nein, eine kleine Enklave aus einer munter wachsenden Zahl von gefühlten 50% der weiblichen Bevölkerung dieses einst schönen Landes trägt schwarz. Das nicht etwa kleidsam zu Taufe, Firmung und Beerdigung, nein vorm Gesicht und mit Verachtung vor allem, von dem mehr als die Augenpartie zu erkennen ist. Und das auch bei strahlendem Sonnenschein im Namen des Halbmondes. Was muss Mohammed die Frauen gehasst haben, um sie so zu verstecken, aber es waren ja auch nicht Frauen, deren Liebreiz er zu schätzen wusste, sondern kleine Mädchen, die süß mit dem gemeinsamen Nachwuchs in der Krabbelecke spielten. Doch setzt man den Islam in den historischen Vergleich mit dem Christentum, befindet sich diese 600 Jahre jüngere alttestamentarische Splitterreligion im tiefsten Mittelalter, das heißt, es ist in Kürze mit den ersten Scheiterhaufen in den Hinterhöfen der mehr als 1000 Moscheen im Herzen Europas zu rechnen. Bücher, vornehmlich die Bibel, brennen schon, da ist dieser Schritt nur konsequent. Vermutlich gibt es auch irgendeine Sure, die gleichsam das Steinigen von vergewaltigten Mädchen erlaubt und damit die beschmutze Ehre des Vergewaltigers wieder herstellt. Was hat die Schlampe sich auch nicht zureichend verschleiert, da versteht man, weshalb für diese Frauen das Vermummungsverbot nicht gelten darf. Zum Selbstschutz, wer hätte das gedacht. Ja, klug sind die Muselmänner und ihre Großfamilien schon. Noch ein bisschen von den Hütern des Krummschwertes geduldeten innerfamiliären Sex und 2020 werden die Kinder mit Migrationshintergrund eine wahlberechtigte Mehrheit sein und Sozialhilfe finanzierten Grundbesitz ihr eigen nennen, der eine Umfirmierung in des Landes in Deutschallahland rechtfertigt. Der Exodus wird Alltag sein, wandern doch bereits heute mehr Deutsche aus, als Kinder mit Vaterlandshintergrund geboren werden. Da sind wir selbst schuld, aber eine Hoffnung bleibt. Sobald die Türkei in der EU ist, kann auch der Deutsche seinen Wohnort in die vereinsamten ostanatolischen Bergdörfer verlegen, deren einstigen Bewohner dank sozialdemokratischer Familiennachzugspolitik heute auf Gebrauchtwagenhöfen oder UBahn-Zwischengeschossen herumlungern. Damit kontrollieren unsere Gäste schon heute neben dem Straßen- auch den öffentlichen Nahverkehr und jeder weiß: wer die Infrastruktur beherrscht, beherrscht das Land.
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Mädchenmannschaft
Juni 5, 2008
Die großen Zeiten der Frauenbewegungen spielen sich heute nur noch in den Fotoalben von Singlefrauen kurz vor der Pensionierungsgrenze oder auf Bühnen der Lesetour von Charlotte Roche ab. Der Rest holder Weiblichkeit lebt ihre Emotionalität aus, bevölkert Laufstege oder unterwirft sich in Castingsshows dem Drill anderer Emanzen, deren Mann beim Singen Zähne zieht. Kein Wunder, dass es vorbei ist mit einer „vagina dentata“, der alles Männliche verschlingenden Urgewalt emanzipierter Frauen, die wirklich böse Möse, die heute zahnlos und rasiert dem blasierten Äffchen von Mann zu Willen ist oder sich von ihrer Freundin zur Latte Macchiato, der einzigen heute noch erlaubten männlichen Zweideutigkeit begleiten lässt. Das ist der Sex der Neuzeit, bei dem kein Mann mehr Kastrationsängste beim ersten Kontakt mit dem hinter dichtem Wald versteckten außerirdischen Gemüse des jeweils anderen Geschlechts haben muss. Körpergeruch, primatenhafter Wildwuchs oder unkontrolliertes Paarungsverhalten freier Liebe sind Attribute einer Zeit, als Mutti und Vati noch lange Haare trugen, Rauchen danach Pflicht und der Roller der VW des kleinen Mannes waren. Heute in einer Zeit, in der Fahrräder teurer sind als chinesische Kleinwagen, haben Lady-Shaver das Feuerzeug in der Handtasche abgelöst und Körpergeruch heißt „She“, „Paris Hilton“ oder „David Beckham“, je nach Frau und persönlicher Note. ER wird zur besseren Freundin und Männer heißen Bruce, moderieren Modesendungen oder gestalten Kindertagesstätten in den Farben der Saison. Schwere Zeiten für ein bisschen Schweiß nach dem Holzhacken bei minus 30 Grad im Hof. Nicht nur Oli Kahn ging in den Ruhestand und mit ihm einer der letzten Gründe für die Emanzipation, sondern auch der Unterschied zwischen Kater und Katze. Die Pussy von heute geht shoppen, trifft sich zum Tee oder hat mindestens drei Livestyle Magazine abonniert, während seine Freundin auf Tantra-Seminaren lernt, dass körperlicher Sex überschätzt wird und es ihm besser geht, wenn Frauen mehr verdienen als Männer, um die evolutionären Ungerechtigkeiten des gefährlichen Mammutjagens wieder gut zu machen. So bleibt der letzte Ort echter Kerle der Fußball, wo sich Männer noch in den Armen liegen und hemmungslose weinen dürfen, wenn Frauen Fußballweltmeister werden.
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s. aber auch den Rest vom Reisetagebuch “Tourismus 2.0“
Ohrwurm
Juni 2, 2008
Jonny Cash hat mit wenigen Noten und noch weniger Text im Kopf, aber Musik im Blut auch erst Klinken als Vertreter geputzt, bis ihm ein Tonstudio die Tür vor der Nase zuschlug. Nicht mit ihm, denn wenn er schon nicht besonders spielen konnte, musste er singen und das gelang ihm wohl ganz gut, zumindest kennt man mehr Lieder von ihm als Haushaltsartikel, die nach ihm als bestem Vertreter in Memphis, Tennessee benannt wären. Doch wie er, schwitzen auch heute noch Musiker Blut und Wasser auf manchem ihrer vielen Auftritte zwischen Großvaters 80. Geburtstag und der Echo-Verleihung. So funktioniert das Business. Im besten Fall klatschen ausreichend viele rhythmisch in die Hände und verschwenden Stunden täglicher Arbeit darauf, das nötige Kleingeld für glänzende Tonträger aufzutreiben oder downloaden in russischen Saugstuben ihre CD nach Wahl. Ersteres bezahlt Haus, Limousine und Freundin, oder auch zwei, Häuser natürlich. Letzteres zieht den Musiker aufs Niveau seiner Fans in die Mittellosigkeit herunter. Neben all den Klischees von Sex, Drugs und Rock’nRoll füllen eher muffige Tourbusse und fades Fertigessen den Tageslauf als wechselnde Beischlafgroupies in namenlosen Städten, verschwitzen Gardaroben oder stickigen Konzertsälen. Da sind doch gelegentliche Nummer 1 Hits in den TopTen der zwei Discotheken von Mecklenburg-Vorpommern neidlos gegönnt und ab und zu ein Blowjob von einem der örtlichen Pfadfinder wechselnden Geschlechts erst recht. Jeden Tag eine gute Tat. Ja für die eigene Überzeugung alles aufgeben und der Leidenschaft Opfer bringen, das können nur Vollblutkünstler oder Musiker ohne Schulabschluss. Anders sind die zahlreichen Castingsshows für die Band des Jahres, Jahrzehnts und Jahrhunderts oder für den geilsten Arsch auf der Bühne nicht zu erklären. Da singt nicht, wer zum Singen geschaffen wurde, sondern wer es schafft, die Jury am wenigsten zu quälen. Für den Rest verbleiben BigBrother, Schlag den Raab oder die Wagner Festspiele, dort aber in entsprechendem Abstand zur Bühne. Doch nicht alles, was im Radio endet, hat das auch verdient. Die Klinke medialer Information über Musik, Musiker und alles, was Töne von sich gibt, putzt unser heutiger Blog-Tipp und sagt Danke fürs (Feed)-Abo.
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