Dass die Schweizer ein wunderliches Volk sind und das Hustenbonbon, die Schokolade sowie das Bankgeheimnis erfunden haben, ist bekannt. Neu und überraschend ist, dass in der Schweiz Humor gesichtet wurde. Nicht zwischen zwei Berggipfeln oder am Boden des Genfer Sees, auch nicht bei grünen Männchen in Interlaken oder in Züricher Geschnetzeltem, nein ganz unspektakulär im heutigen Netzfundstück, der Lupe - dem Satire Blog. Schlagfertig opfern dessen Macher die Neutralität der Schweiz und nehmen neben Vaterland und Muttertag auch die geliebten Nachbarn, Nazis und die Rechtschreibschwäche im Allgemeinen sowie aktuelle Schweinestaaten (Burma) im Besonderen ins Visier. Nadelstiche gegen die Einsamkeit auf saftigen Wiesen bis das Kuhauge tränt und Luis Trenker sein Nachbar sich schmunzelnd die Bartspitze hinters Ohr schiebt. Das schafft Identifikation mit der Schweizer Seele und bleibt Beispiel für die in Sachen Humor noch etwas unterbelichteten Deutschen oder die Japaner. Letztere haben das Stadium gepflegter Unterhaltung bereits hinter sich gelassen und dienen seitdem als mahnendes Fanal für den Schritt zu weit auf dem schmalen Grat guter Unterhaltung. Wem das bislang verborgen blieb, sollte sich mal Gameshows aus dem Land des Lächelns ansehen und lernen, wie aus diesem Grinsen im Gesicht der Zuschauer wird. Galt Deutschland bis vor kurzem noch als Heimat der Schadenfreude, haben die Japaner uns diesen Ruf erfolgreich streitig gemacht. Gut, dass die Schweizer den Deutschen nun die Möglichkeit geben, sich das verkaufte Lächeln zurückzuholen und lachend aus dem Keller wieder ans Tageslicht herauszufinden.

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