Ob Nacktbild oder Völkermord
heut Titelblatt und morgen fort,
doch erinnert bleibt so manch Bonmot
als gern geles’nes Feuilleton.

Heute mal wieder etwas mit Niveau nach dem Bodensatz von vor 2 Tagen, aber Internet ist wie Fernsehen, die Klugen werden klüger und die Dummen dümmer, deshalb ist bei mir auch mal für jeden etwas dabei. Wer lesen kann, ist bei der heutigen Blogempfehlung klar im Vorteil, besser noch, wer lesen liebt. „Der Umblätterer“, dargebracht vom Consortium Feuilletonorum Insaniaeque ist eine kleine dezente Nische im sonst knallbunten Kindergarten des medialen Blätterwaldes. Hier treffen Zeitungsleser auf Journalisten und sagen denen, was sie gern gelesen hätten, da macht umblättern Spaß. Aber nicht die tägliche Schlagzeile interessiert, sondern die heimliche Königin der Rubriken, das Feuilleton. Neben Anekdoten und Bonmots aus der Welt von Bleisatz und Druckerschwärze erspart ein Jahresrückblick der nominierten besten zehn deutschen Feuilletons ein knappes Dutzend Abonnements und manche Kinokarte, denn für Freunde des Zelluloids findet sich eine gleichsam prägnante Filmkritikrubrik, deren Kürze das Geheimnis der Information ist. Eine Handvoll lesewütiger Zeitungsjunkies buhlt um die mediale Mithilfe bei der Auswahl des Hotspots auf Seite 1 am Ende eines jeden Jahres. Hier zählen neben geschliffener Satire oder investigativem Scharfsinn in erster Linie die Höchstzahl der eingegangen Stimmen bis es heißt: Germany twelve points. In aller Regel setzt sich so Qualität durch, und das Ergebnis literarischer Fertigkeit vermag zu unterhalten, zu bilden oder zu beschämen, wenn man selbst einmal versuchte, auf wenigen Zeilen dem Zeitgeist den eigenen Stempel aufzudrücken.

Feuilleton Blog

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