Auf Nummer sicher
Mai 4, 2008
Ein Denkmal für das unbekannte Wahrzeichen wird es in München nicht geben, zumindest nicht für das in Staub und Rauch aufgegangene Agfa Hochhaus, den ehemaligen Schandfleck an der Isar. Keiner hats gekannt, aber tausende kamen, ihm beim Sterben zu zu schauen. Einer Exekution gleich stand der Mob um die in die Jahre gekommene Bausünde und wartete auf den Schlussakkord, den Paukenschlag, mit dem das Hochhaus in die Knie ging, Cut, Ende des Filmes, Geschichte. Gleich drei Aufnahmen davon gibt’s live und in Farbe aus der Kantine des Kanzlerbunkers, dem heutigen Blog. Doch wer glaubt, mit dem bloßen Knall und Rauch wäre es getan, der irrt. Hier bekommt man noch etwas für seine Neugier auf der Suche nach klugen Momenten in der Blogwelt. Wussten Sie beispielsweise, dass Sie die Verwendung von Yahoo als webmail Anbieter in China bis zu 10 Jahre hinter Gitter bringen kann? Im Stasi 2.0 (Deutsch)Land droht Ihnen angesichts der Schäubl’schen Hetzjagd auf so genannte Terroristen ähnliches im Kampf gegen die Achse des Bösen. Ja, die Wahrheit liegt im Auge des Verkünders. So steigt bei uns der Milchpreis infolge angeblicher Nachfragesteigerung aus Fernost, obwohl China der drittgrößte Milchproduzent der Welt ist und die Asiaten eine enzymbedingte Milcheiweisunverträglichkeit haben. Aber an all dem wird sich kaum etwas ändern, solange die Leute nicht lernen, nicht mehr bei Aral, Esso oder Shell zu tanken und stattdessen dem Kartellamt vertrauen, deren Vertreter vermutlich auch bei EON im Aufsichtsrat sitzen. Immerhin können deren Kunden aus Ihrem Altvertrag in den „E wie Einfach (bescheuert)“ Kontrakt wechseln, wenn ihnen die Energiekosten zu hoch sind. Energiekosten, die erst durch die Privatisierung des einst staatlichen Bayernwerkes zum heutigen Quasimonopolisten EON möglich wurden. Klingt komisch, ist aber so und wird keine Ausnahme bleiben auf dem Weg zum Zentralstaat Europa.
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